Passiver baulicher Brandschutz

Installationsschachtverfüllung mit Steinwollgranulat

Passiver baulicher Brandschutz ist gesetzlich gefordert. Warum es wichtig ist, für einen wirkungsvollen passiven Brandschutz auch in den Versorgungsschächten von Gebäuden zu sorgen, zeigt ein genauerer Blick auf diesen sensiblen Bereich eines jeden mehrgeschossigen Hauses.

Im Installationsschacht, der oftmals nur ungenügend brandgeschützt ist, sind viele im Brandfall problematische Materialien versammelt. Deshalb entstehen dort bei einem Feuer gefährliche Brandgase. Dabei ist das Kohlenmonoxid sicher das tückischste, weil es geruchlos ist. Und sobald PVC in einen Brandherd gerät, entstehen beträchtliche Mengen Salzsäuregas und gegebenenfalls sogar giftiges Phosgen oder krebserregende Dioxine. Ist der Installationsschacht eines Gebäudes ungenügend brandgeschützt, kommt es im Brandfall zudem zum Kamineffekt, der das Feuer und die giftigen Brandgase in kürzester Zeit über die verschiedenen Geschosse im ganzen Gebäude verteilt.

Effektiver Brandschutz auch nachträglich möglich

Um den Kamineffekt zu verhindern und die Ausbreitung von Feuer und Rauch im Brandfall zu stoppen, sind horizontale Brandabschottungen in der Decke einer jeden Etage vorgesehen. In vielen Fällen aber fehlen diese, oder sie sind schadhaft, wenn sie z.B. nach einer nachträglichen Installation nicht fachgerecht wiederhergestellt wurden. Nun ist der nachträgliche Einbau bzw. die Reparatur von Etagenabschottungen mit erheblichen Baumaßnahmen verbunden, die der Betreiber oder Eigentümer den Nutzern der (Wohn-)Einheiten möglichst nicht zumuten möchte. Dieser Weg, ein sicheres Gebäude (wieder) bereitzustellen, ist neben dem großen Aufwand zudem mit hohen Kosten verbunden.

Alternativ dazu gibt es eine schnelle, zerstörungsarme und wirtschaftliche Lösung, die den gesetzlich geforderten Brandschutz gewährleistet. Die svt-­Unternehmensgruppe bietet z.B. mit dem Verfahren der Installationsschachtverfüllung eine Lösung an, die im Brandfall die Feuer- und Rauchausbreitung in andere Nutzungseinheiten sicher und dauerhaft verhindert. Bei diesem Verfahren bleiben die Nutzer von den Beeinträchtigungen üblicher Baustellen verschont, sodass es sogar schon im laufenden Betrieb eingesetzt werden kann und wurde, bspw. in ­Alten- und Pflegeheimen, die in dieser Hinsicht besonders sensibel sind.

Das Verfahren

Bei diesem Verfahren der Installationsschachtverfüllung werden zunächst kleine Öffnungen in die Schachtwand gebohrt. Anschließend wird Steinwollgranulat aus Vulkangestein mit einer speziellen Maschine in jedes Stockwerk zum Schacht transportiert und über die zuvor gebohrten Öffnungen in den Installationsschacht eingebracht. Eine für diesen Zweck entwickelte Einblasmaschine sorgt mit ihrer Einfülldüse für den richtigen Druck, um eine homogene Verfüllung des In­stallationsschachts mit einer Rohdichte von 100 bis 120 kg Steinwolle pro m3 zu erreichen. Das Steinwollgranulat schmiegt sich dabei hohlraumfrei an die bestehenden Konturen an.

Dabei sollte selbstverständlich ausschließlich Steinwolle eingesetzt werden, die gesundheitlich unbedenklich ist. Deshalb arbeitet svt seit 15 Jahren ausschließlich mit dem zertifizierten Produkt von Rockwool. Das verarbeitete Steinwollgranulat ist langlebig, diffusions­offen, wasserabweisend und absorbiert Schall. Das hat über den baulichen Brandschutz hinaus auch noch den Vorteil, dass der Schallschutz verbessert und die Übertragung von Gerüchen verhindert wird. Im Falle einer Nachinstallation kann die Steinwolle außerdem mit ­einem Industriesauger entfernt werden.

Untersuchung, Planung, Umsetzung

Damit die Installationsschachtverfüllung den gesetzlichen Vorgaben entspricht, geht der Umsetzung eine umsichtige Planung voraus. Bei der svt-Unternehmensgruppe sind dies die Mitarbeiter aus den vier Kompetenzcentern in Berlin, Castrop-Rauxel, Garching bei München und Eppertshausen bei Frankfurt. Als Experten haben sie neben ihrer langjährigen Erfahrung im baulichen Brandschutz mindestens zehn Jahre Erfahrung in der Installationsschachtverfüllung. Auf dieser Basis bewerten sie die jeweiligen Rahmenbedingungen in fachlicher Hinsicht und prüfen zu diesem Zweck mittels Video-­Endoskopie den Zustand des Installations­schachts, dessen Bauart und die Belegung mit Versorgungs­leitungen. Alle Materialien und Schachtwand­installationen werden in brandschutztechnischer Hinsicht gründlich untersucht. Die Untersuchungsergebnisse bilden danach die Grundlage für das jeweilige Sanierungs­konzept, das den Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnung genügt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausführung ist selbstverständlich, dass die vorhandenen Installationen technisch in Ordnung sind.

Installationsschachtverfüllung auf einen Blick

– geringfügiger bautechnischer Aufwand

– ökonomischer als herkömmliche Verfahren 

– hochwirksamer Brandschutz gemäß Feuerwiderstandsklasse I 90

  (nach DIN 4102 Teil 11)

– Verbesserung des Schallschutzes

– Reduzierung der Geruchsübertragung

– keine Sonderlösungen für die Abschottung verschiedener Medien erforderlich

– auch im Neubau einsetzbar

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