bvfa-Brandstatistik 2025
Technischer Brandschutz bleibt entscheidender Faktor für den Schutz vulnerabler Menschen 29.01.2026
Die aktuelle Brandstatistik des bvfa zeigt, weiterhin alarmierend hohe Brandrisiken in sozialen Einrichtungen.
Bild: bvfa
Trotz rückläufiger Opferzahlen bleiben Brandrisiken in Krankenhäusern sowie Pflege- und Senioreneinrichtungen in Deutschland weiterhin auf einem kritischen Niveau. Das zeigt die aktuelle Brandstatistik des bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. für das Jahr 2025. Nach Einschätzung des Verbandes liegt die Hauptursache unverändert im mangelnden Einsatz automatischer Löschanlagen.
Auffällig sei, dass sich nahezu alle Todesopfer im unmittelbaren Brandentstehungsbereich befanden. Genau dort fehle in vielen Einrichtungen ein wirksamer technischer Schutz. Brandmeldeanlagen allein reichen nicht aus – sie erkennen Brände, bekämpfen sie aber nicht.
Zahlen belegen das Risiko
Im Jahr 2025 registrierte der bvfa bundesweit:
• 116 Brände in Krankenhäusern mit 4 Todesopfern und 129 Verletzten
• 149 Brände in Pflege- und Senioreneinrichtungen sowie im betreuten Wohnen mit 11 Todesopfern und 278 Verletzten
• 84 Brände in Wohnheimen und Sozialunterkünften mit 4 Toten und 139 Verletzten
Zwar ging die Zahl der Opfer insbesondere in Pflegeeinrichtungen gegenüber 2024 deutlich zurück, dennoch bleibt das Risiko hoch – insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen.
Brände eskalieren schnell – ohne aktive Löschtechnik
Die häufigsten Brandursachen waren erneut Brandstiftung (rund 50 %) sowie technische Defekte an elektrischen Anlagen (etwa 30 %). Besonders kritisch: Brände entstehen häufig in Patientenzimmern oder Aufenthaltsbereichen und entwickeln sich dort innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich.
Ein Brand in der Geriatrie des Hamburger Marienkrankenhauses im Juni 2025 mit drei Todesopfern verdeutlicht dies eindrücklich. Trotz Brandmeldeanlage und schnellem Feuerwehreinsatz konnte die Ausbreitung von Feuer und Rauch nicht rechtzeitig gestoppt werden.
Sprinkler wirken – ab der ersten Minute
Automatische Sprinkleranlagen bekämpfen Brände unmittelbar am Entstehungsort und begrenzen deren Ausbreitung meist mit ein bis zwei Sprinklern. Sie reduzieren Rauchentwicklung, verschaffen Zeit für die Rettung und entlasten Personal sowie Einsatzkräfte. Internationale Studien bestätigen ihre hohe Wirksamkeit – insbesondere in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Personen.
Demografie verschärft den Handlungsdruck
Mit dem erwarteten starken Anstieg der Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen wächst auch die Verantwortung, soziale Einrichtungen brandschutztechnisch neu zu denken. „Der vorbeugende Brandschutz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen muss konsequent auf aktive Löschtechnik setzen“, fordert bvfa-Geschäftsführer Dr. Wolfram Krause. „Gerade im Neubau gibt es heute keine fachliche Rechtfertigung mehr, auf Sprinkleranlagen zu verzichten.“
