Über 9.000 m Rohrleitungen isoliert

Wärme- und Brandschutz in der Haustechnik

Im Stadtteil Tolkewitz wurde das größte Schulgebäude Dresdens eröffnet: Eine Oberschule und ein Gymnasium bieten dort bis zu 1.800 Schülern moderne Unterrichts- und Aufenthaltsräume. Für einen zuverlässigen Brandschutz im Bereich der komplexen Haustechnik sorgen hochwertig ausgeführte Isolierungen.

Das Areal des Neubaus und seiner diversen Sport- und Pausenfreiflächen umfasst stattliche 46.500 m2. Die Nutzfläche der beiden Schulgebäude liegt bei 11.400 m2. Um Wärmeverluste im komplexen Leitungsnetz, das alle Gebäudeteile durchzieht, zu minimieren, wurden sämtliche Versorgungsleitungen und Lüftungskanäle mit leistungsstarken Isolierungen versehen. Mathias Spichtinger, Projektleiter beim Unternehmen Isoliermontage Rakow aus Lichtentanne/Ebersbrunn, war mit seinem Team für die Isolierung aller warmgehenden Heizungs- und Sanitärleitungen sowie der Trinkwasser- und Regenwasserabflussleitungen verantwortlich. „Die Dimensionen in diesem Gebäudekomplex sind wirklich beeindruckend. Es mussten rund 9.100 m Rohrleitungen isoliert werden. Dabei haben wir so ziemlich jede Einbausituation vorgefunden, die man sich vorstellen kann. Lange Flure und Gänge, in denen die Montage unter der Decke problemlos und entsprechend schnell vonstatten ging, ebenso wie Versorgungsschächte mit sehr beengten Platzverhältnissen. Die Leitungsführung wurde allerdings planungstechnisch sehr gut vorbereitet und dokumentiert, sodass wir uns optimal auf unsere Aufgabe vorbereiten konnten“, erläutert Mathias Spichtinger.

Streckenisolierung und Bauteildurchführung ohne Materialwechsel

Für die Isolierung aller Rohrleitungen setzte das fünf Mann starke Team um Projektleiter Spichtinger auf die „U Protect Pipe Section Alu2“ von Isover. Dank ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m*K) erfüllen die Rohrschalen die Anforderungen der EnEV in allen Dämmdicken. Darüber hinaus punkten die alukaschierten Isolierungen auch in Sachen Brandschutz. Sie sind nichtbrennbar (Euroklasse A2L-s1, d0 nach EN 13501) und besitzen einen Schmelzpunkt von > 1.000 °C. Der Vorteil: „U Protect Pipe Section Alu2“ können sowohl für die Streckenisolierung als auch für Rohrdurchführungen eingesetzt werden. „Das ist sehr praktisch, denn so konnten unsere Mitarbeiter ohne Materialwechsel ‚Meter machen‘ und gleichzeitig den geforderten Brandschutz sicherstellen“, so Projektleiter Spichtinger.

Nichtbrennbare Rohre bis zu einem Durchmesser von 200 mm und brennbare Versorgungsrohrleitungen bis zu einem Außendurchmesser von bis zu 110 mm können mit den Isover-Rohrschalen in R90 beziehungsweise R120 durch Bauteile geführt werden. Dabei bietet das System größtmögliche Flexibilität. „In einigen Wanddurchbrüchen fanden sich bereits Rohrschalen aus Steinwolle, an die wir gemäß einer gutachterlichen Stellungnahme die ‚U Protect Pipe Section Alu2‘-Rohrschalen problemlos anschließen konnten“, so Mathias Spichtinger.

Gerade im Vergleich zu Isolierungen aus Steinwolle böten die in der Schule in Tolkewitz eingesetzten Rohrschalen schon bei der Verarbeitung viele Vorteile, so der Isolierungsprofi weiter. Die Isover-Rohrschalen bestehen aus der Hochleistungs-Mineralwolle „­Ultimate“ und bringen bis zu 50 % weniger Gewicht als Steinwolle auf die Waage. Gleichzeitig müssen keine Abstriche beim Brandschutz gemacht werden. „Das geringe Gewicht macht sich natürlich gerade bei Über-Kopf-Arbeiten bemerkbar und erleichtert den Transport auf der Baustelle. Darüber hinaus werden die Rohrschalen in einer Länge von 1,20 m geliefert. Im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten werden so bei einem Arbeitsgang 20 % mehr an Rohrleitungen isoliert, was einen entsprechend schnellen Baufortschritt ermöglicht.“

Die „U Protect Pipe Section Alu2“ werden einfach um die Rohrleitungen gelegt. Anschließend werden die Aluminiumkaschierungen an den Fugen und Stößen dampfdicht verklebt. Danach müssen die Schalen nur noch gemäß DIN 4140 z.B. mit Bindedraht oder Aluminiumklebeband beziehungsweise bei Brandschutzanwendungen gemäß Prüfzeugnis fixiert werden.

Isolierung der Lüftungskanäle mit Lamellenmatten

Die Verarbeitungsvorteile eines anderen Isover-Systems kamen bei der Isolierung der Lüftungskanäle in den Innen- und Außenbereichen des Schulneubaus zum Tragen. Insgesamt wurden rund 5.400 m2 Kanalfläche mit der ebenfalls nichtbrennbaren und besonders flexibel zu verarbeitenden „Climcover Lamella Mat“ isoliert. Diese Lamellenmatten aus Glaswolle verfügen über eine Kaschierung mit einer dampfbremsenden, hochreißfesten Aluminiumgitterfolie und können als vielseitige Allrounder beim Wärme- und Schallschutz eingesetzt werden.

„Sämtliche Lüftungs- und Klimakanäle sowie ein Kreislaufverbund-System zur Wärmerückgewinnung wurden mit 50 mm starker Glaswolle gedämmt“, berichtet Mario Schneider, Fachplaner für gebäudetechnischen Brandschutz (EIPOS) und verantwortlicher Gebietsleiter bei Isover. „Wie bei allen Großbaustellen galt es, relativ viele Flächen in möglichst kurzer Zeit zu dämmen. Dank des Formats der Lamellenmatten von 600 mm in der Breite und einer Länge von 5.000 mm konnte der knappe Zeitplan jedoch problemlos eingehalten werden.“

Durch die Flexibilität der „Climcover Lamella Mat“ eignet sie sich auch für unregelmäßige Oberflächen und unterschiedliche Querschnitte, wobei die stehenden Fasern der Lamellenmatte für eine gleichmäßige Dämmdicke und eine entsprechende Druckfestigkeit sorgen. Die Dämmung kann mit einem einfachen Dämmstoffmesser auf die gewünschte Länge und Breite zugeschnitten werden, bevor sie um den Lüftungskanal gelegt wird. „Anschließend muss nur noch dafür gesorgt werden, dass die Aluminiumkaschierung an den Fugen und Stößen sorgfältig verklebt wird. Mechanisch befestigt wurde die Isolierung gemäß Verlegenorm mit bis zu neun Klebestiften pro m2“, so Mario Schneider.

Dämmung innen liegender Dachentwässerung

Ebenfalls mit der flexiblen „Climcover Lamella Mat“ isoliert wurde eine innen liegende Dachentwässerung, die unter dem Dach der Sporthalle und durch verschiedene Schächte geführt wurde. „Wenn sich in den Wintermonaten Schnee auf dem Dach ansammelt und es zu Tauwetter kommt, liegt die Temperatur des Wassers, das durch diese Leitung fließt, nur knapp über 0 °C. In der warmen Turnhalle würde es an dem kalten Rohr dann zu Kondensationsbildung und daraus resultierend zu Korrosion kommen“, erklärt Mathias Spichtinger von der verantwortlichen Isoliermontage Rakow die Hintergründe dieses Konstruktionsdetails. „Die Folgen der Kondenswasserbildung reichen darüber hinaus von optischen Mängeln wie nassen Flecken über ernstzunehmende technische Störungen wie Kurzschlüsse beim Eindringen der Feuchtigkeit in elektrische Leitungen bis hin zu Schäden an der Bausubstanz. Durch die Isolierung bleibt der Kondensationspunkt zuverlässig im inneren des Rohres und durch die hochreißfeste Aluminiumkaschierung, die als Dampfbremse dient, wird dafür gesorgt, dass die Feuchtigkeit in der Umgebungsluft bleibt und sich nicht auf den kalten Leitungen absetzt.“

Schüler und Lehrer werden zukünftig nur indirekt vom leistungsfähigen Brandschutz der isolierten Versorgungsleitungen und Lüftungskanäle profitieren. Die energetischen Vorteile hingegen wird der Gebäudebetreiber, das Schulverwaltungsamt Dresden, in Form geringerer Nebenkosten Monat für Monat spüren.

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