Geschichte gut geschützt

Brandschutzputz im denkmalgeschützten Gebäude

Denkmalschutzauflagen und zeitgemäße Sicherheitskonzepte sind häufig schwer zu vereinen. Nicht jedoch im Fall des Hamburger Bieberhauses, das erst kürzlich eine umfassende Modernisierung erfuhr: Auf Betondecken, Unterzügen und Stahltragwerk wurde der geprüfte Brandschutzputz „maxit ip 160“ aufgebracht.

Schon seit über einhundert Jahren wirkt das denkmalgeschützte Bieberhaus mit seiner ornamentverzierten Fassade und den zwei beeindruckenden Atlanten im Eingangsbereich als Hingucker im Kern Hamburgs. Seit 2011 residiert hier mit dem Ohnsorg-Theater noch ein weiterer Publikumsmagnet.

Mindestraumhöhe trotz Brandschutz

Der zu erwartende Publikumsverkehr im Gebäude sowie dessen Größe von insgesamt 17.600 m2 Nutzfläche machten auch ein modernes Sicherheitskonzept unabdingbar. Objektbezogene Brandschutz-Maßnahmen passten das Bieberhaus an die aktuellen Standards an. So wurden von Februar bis Mai 2018 insgesamt rund 4.000 m2 Betondecken, 800 m2 Betonunterzüge sowie circa 300 m2 Stahltragwerk mit „maxit ip 160“ Brandschutzputz ertüchtigt. Dieser verhindert das übermäßige Erhitzen der Bauteile im Brandfall und erhält so deren Tragfähigkeit. Unumgänglich war dabei die enge Abstimmung aller Schritte mit dem Denkmalschutzamt. Die besondere Herausforderung bestand hier darin, trotz Ertüchtigung noch die geforderte Mindestraumhöhe einzuhalten: Da herkömmliche Brandschutzputze gar nicht oder nur unter erheblichem Aufwand ansprechend gestaltet werden können, ist meist eine zusätzlich montierte Unterdecke notwendig. Für deren Einbau waren die räumlichen Gegebenheiten im Bieberhaus jedoch nicht geeignet.

Eine wirtschaftliche Lösung bot der geprüfte Brandschutzputz „maxit ip 160“ von Maxit. Da dieser sich formgerecht ausrichten, glätten und filzen lässt, sind beschädigungsresistente Flächen in der Oberflächenqualität Q2 problemlos möglich. So konnte der Maxit-Brandschutzputz beim Bauvorhaben Bieberhaus direkt als Sichtfläche ausgeführt werden – Unterdecken waren nicht nötig. Spiegelglatte Oberflächen in Teilbereichen des Gebäudes realisierten die Verarbeiter durch den zusätzlichen Auftrag einer Feinspachtelschicht.

Leichte Verarbeitung, geprüfte Qualität

Verarbeiten lässt sich „maxit ip 160“ mit herkömmlichen Putzmaschinen und Mischpumpen sowie von Hand. Da selbst für hohe Brandschutzanforderungen nur geringe Schichtdicken notwendig sind, geht der Prozess leicht und schnell von der Hand: Bei einlagiger Verarbeitung als Unterputz wird die gewünschte Putzstärke aufgetragen, zugezogen und ausgerichtet. Bei mehrlagigem Putzauftrag muss jede Lage aufgeraut und angesteift sein, bevor die nächste Lage aufgebracht wird. Als Oberputz kann der Brandschutzputz schließlich circa 5 mm dick aufgetragen und abgefilzt werden. „Diese Eigenschaft machte es möglich, die Anforderungen in Sachen Mindestraumhöhe bei der Sanierung des Bieberhauses problemlos zu erfüllen“, erklärt Oliver Krause, Produktverantwortlicher für Brandschutzsysteme bei Maxit. „Auch ist ein Brandschutzputz natürlich deutlich flexibler zu verarbeiten als etwa eine Plattenlösung, da er sich dem Untergrund formgerecht und fugenfrei anpassen kann. Gerade im Bereich der Sanierung ist das ein großer Vorteil, da man hier nun mal mit dem Untergrund arbeiten muss, den man vorfindet.“

Seinen Einsatz findet der Putz insbesondere bei der brandschutztechnischen Ertüchtigung von Beton- und Stahlkonstruktionen sowie anderen tragenden Bauteilen in den Bereichen Hoch-, Industrie- und Tunnelbau. Den Namenszusatz „geprüfter Brandschutzputz“ trägt das Produkt dabei nicht ohne Grund: Seine Leistungsfähigkeit wurde von einer unabhängigen Prüfanstalt geprüft und nachgewiesen. Nur 10 mm Brandschutzputz erzeugen 37 mm äquivalenten Betonersatz. Aus dem abschließenden Prüfbericht geht zudem hervor, dass auch ein direkter Auftrag auf den Stahluntergrund – also ohne zusätzlichen Putzträger – möglich ist. Fachplanern eröffnet dies eine ökonomische Alternative der Brandschutzertüchtigung. „Natürlich ist die Wirtschaftlichkeit wichtiges Argument für den „ip 160“. Aber generell geht es beim Brandschutz um etwas viel Wichtigeres, nämlich um die Sicherheit von Menschen“, gibt Krause zu bedenken. „Bei der Planung sind daher Brandschutznachweise zu erarbeiten, die auch verantwortet werden können. Das ist mit unserem Brandschutzputz und der richtigen Beratung selbst bei Großprojekten wie dem Bieberhaus möglich.“

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