Zweifelhafte Problemlösungen

Wenn man die derzeitigen Entwicklungen rund um das Verbot von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) mit etwas Distanz betrachtet, so lassen sich Muster erkennen, wie sie sich häufig bei den Themen Umwelt, Chemie und Energie zeigen. Am Anfang stehen Probleme, die oftmals in der Realität gar nicht vorhanden sind. Dann werden Lösungen entwickelt und propagiert, die von ­Lobbyisten als Gesetzentwurf in politische Gremien eingespeist werden, während auf der anderen Seite Verbände mit in der Regel vernünftigen Argumenten Sturm dagegen laufen. Dennoch werden die Gesetzesentwürfe nahezu ungestreift durchgewunken. Warum das so ist, wäre eine eigene Überlegung wert. Nun können sich die „Akteure“, die hinter den Lobbyisten stehen, endlich ihre goldenen Nasen verdienen – vor allem im Energiesektor gerne mit exorbitanten Subventionen befeuert. Werden die durch die Lösung erzeugten neuen Probleme unübersehbar, so werden sie skandalisiert – und zwar besonders laut von Organisationen wie NGOs, in denen sich wiederum andere Leute ungefragt ihren bezahlten Arbeitsplatz selbst kreiert haben. Und so beginnt der Kreislauf erneut, vielleicht mit anderen Narrativen, aber immer mit gleichem Spin und ähnlichen Ergebnissen.

Was die Löschschäume mit Fluorchemikalien angeht, so dürfte dieser Kreislauf sein Ende gefunden haben, denn es gibt biologisch abbaubaren Ersatz, wie es uns die Hersteller versprechen. Im aktuellen BS Brandschutz finden Sie hierzu an mehreren Stellen Informationen (S. 1, 10 und 46).

Was hält solche Prozesse am Laufen? Zur Erklärung reichen Gier und Dummheit aus. Für eine genauere Verortung der jeweiligen Motive dürfte die im alten römischen Rechtswesen gerne gestellte Frage „Cui bono?“, also wem nutzt es, Erhellung bringen: Immer ist damit eine Vermögensumschichtung von unten nach oben verbunden. Da von ganz unten nichts mehr zu holen ist, geht das vollumfänglich auf Kosten des Mittelstandes und der Mittelschichten. Meine Meinung dazu: Bevor wir das nicht begreifen, werden diese Spiele weitergehen – auch zu Lasten des Planeten und aller Lebe­wesen darauf.

Ihr Uwe Bolz

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