Unsichtbarer Schutz für eine offene Architektur
Großprojekt mit höchsten Brandschutz-AnforderungenMit dem Entwurf des Quartierensembles „FOUR Frankfurt“ löst das Architekturbüro UNS (United Network Studio) eine anspruchsvolle Aufgabe: In einem über Jahrzehnte vorwiegend von Banken geprägten, innerstädtischen Areal sollte das Gesicht der Metropole Frankfurt neu geprägt werden. Projekte dieser Größenordnung stellen immer auch in Bezug auf Brandschutz eine besondere Herausforderung dar. In diesem Fall setzten die Architekten auf die Beratungskompetenz und Erfahrung von Schüco und fanden eine gangbare Lösung.
Mit vier Hochhäusern inmitten der Frankfurter Innenstadt schufen der niederländische Architekt Ben Van Berkel und sein Team bei UNS einen multifunktionalen Gebäudekomplex, der das zunehmend isolierte Frankfurter Bankenviertel als urbanen Ort wiederbeleben soll. Van Berkel selbst beschreibt diesen Auftrag als ein Geschenk, denn „als Architekt erhält man nicht oft die Möglichkeit, einen Entwurf für einen Standort mit so viel ungenutztem Potenzial zu entwickeln“. Auf dem in vier Realteile aufgeteilten 16.141 m2 großen, ehemaligen Areal der Deutschen Bank entstand eine „Stadt in der Stadt“ mit 213.000 m2 BGF. Das zusammenhängende Sockelgeschoss und die vier bis zu 233 m hohen, aufgesetzten Türme bieten Platz für nahezu 600 Wohnungen, repräsentative Büroetagen, ein Lifestyle-Hotel, ein Longstay-Hotel, eine Kindertagesstätte sowie einen urbanen Mix aus Einzelhandelsgeschäften.
Nahversorgung und Gastronomie inklusive der sogenannten Foodhall schaffen zusätzlich die Basis für ein lebendiges und vielfältiges Quartier mit hoher Anziehungskraft. Das Ensemble öffnet sich nach allen Seiten zur City und schlägt so unsichtbare Brücken zu den angrenzenden Vierteln.
Multifunktional auch im Brandschutz
Bei Großprojekten kommt dem Brandschutz eine besonders wichtige Bedeutung zu. Hier im Fokus: Die Brandschutzabschnitte sollen möglichst nicht wahrnehmbar sowie barrierefrei getrennt werden. „FOUR Frankfurt“ erforderte aufgrund der vielseitigen Anforderungen und den zu erwartenden, häufigen Nutzungsänderungen zudem sehr flexible und multifunktionale Lösungen. Die Architekten als Planungsgesellschaft von UNS+HPP, hhpberlin sowie der Bauherr Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft entschieden sich beim Thema Brandschutz für eine Zusammenarbeit mit der Firma Schüco.
Hersteller geht in Vorleistung
Angesichts anspruchsvoller Projektanforderungen wie beim „FOUR Frankfurt“ ist eine umfangreiche
Expertise gefragt: Alle Brandschutzabtrennungen müssen in ihrer Gesamtkonstruktion brandschutztechnisch geprüft werden. So kann eine Einbausituation wie „Rechts Trockenbau, links Anschluss an eine Betonwand“ brandschutztechnisch nicht mit einem beidseitigen Anschluss an eine Betonwand gleichgesetzt werden.
Gegebenenfalls können gesonderte brandschutztechnische Prüfungen gefordert werden. Diese sind zeit- und kostenintensiv. Um den Bauablauf durch solche Prozesse – gerade auch bei kurzfristigen Planungsänderungen – nicht unnötig zu behindern, unterzieht Schüco die gängigsten Einbausituationen allen erforderlichen brandschutztechnischen Prüfungen. Auch für die im „FOUR Frankfurt“ zum
Einsatz kommenden multifunktionalen Brand- und Rauchschutztüren „FireStop ADS 90 FR 30“ und „FR 90“ liegen deshalb bereits die meisten Nachweise vor.
Vieles kann vorab erledigt werden
Natürlich können aber bei umfangreich einsetzbaren Produkten wie „FireStop“ nicht alle Einbausituationen und vor allen Dingen Ausführungsvarianten – zum Beispiel hinsichtlich der verbauten Beschläge – vorab brandschutztechnisch geprüft werden. Hier erweist sich das Architekten-Beratungsteam von Schüco als Trumpf. „Bei Großprojekten sind wir oft schon sehr früh mit den Planungsbeteiligten in engem Kontakt“, so Jochen Kluge, Projektmanager Sicherheit bei Schüco. „Teilweise haben wir dann bereits fertig detaillierte Pläne auf dem Tisch und wenn brandschutztechnisch etwas zu prüfen ist, legen wir schon los – auch ohne kostendeckende Auftragserteilung“. Diese Vorgehensweise ist aufgrund langjähriger Kooperationen vielen Architekten bekannt und die Gewissheit, keine wertvolle Zeit mit erforderlichen nachträglichen Prüfungen zu verlieren, lieferte beim „FOUR Frankfurt“ einen der Hauptgründe für die Zusammenarbeit mit Schüco.
Frank Burkhardt von der Firma RFE Rauch- und Feuerschutz-Elemente, welche für den Metallbau verantwortlich war, fügt dem noch etwas hinzu: „Das falzoffene Profil der „FireStop“ ist schon etwas Besonderes. Die Türen sind auch nach Montage und Inbetriebnahme noch umrüstbar. Das war ein weiteres wichtiges Argument für den Zuschlag für das Produkt“.
In Summe betrachtet haben sich die Projektbeteiligten für die Beratungskompetenz von Schüco und ein in Punkto Flexibilität und Brandschutztechnik passendes Profilsystem entschieden. So sind die Brand- und Rauchschutztüren heute wesentlicher Bestandteil des Brandschutzkonzepts – ganz nach dem Prinzip „Offene Profile für eine offene Architektur“.
Nahezu unsichtbar und hoch variabel
eine innovative falzoffene Profilgeometrie aus. Diese ermöglicht auch den nachträglichen Einbau von integrierten Schließern, verdeckt liegenden Türbändern sowie Beschlägen und Schlössern ohne vorheriges Fräsen der Profile. Gleiches gilt für ein nachträgliches Einziehen von Kabeln. Die
zusätzlichen Arbeiten beschränken sich lediglich auf die Längenanpassung der Funktionsblende. Im Brandfall sorgt die Funktionsblende durch Expansion für einen sicheren Brand- und Rauchabschluss der Türen.
Die Möglichkeit von Änderungen bei laufendem Betrieb und ohne Verlust der bestehenden Zulassung, ist ein Novum und Alleinstellungsmerkmal der „FireStop ADS 90 FR 30“ und „FR 90“.
Bautafel
Frankfurt am Main
bestehend aus UNS und HPP Architekten, Frankfurt am Main
Systemlieferant/-hersteller: Schüco, Bielefeld
