Moderne Diagnosetechnik für zuverlässige Entrauchung

Brandgas-Dachventilatoren erhöhen Sicherheit und senken Kosten

Im Brandfall entscheiden oft wenige Minuten über Menschenleben und materielle Schäden. Damit Fluchtwege und Rettungsmaßnahmen auch in kritischen Situationen gewährleistet sind, setzt man in einem großen Reifenlogistikzentrum in Speyer auf sichere Lüftungstechnik. Dort wurden 15 Brandgas-Dachventilatoren mit der intelligenten „Lager-Zustandsdiagnostik“ („LZD“) des Herstellers Helios ausgestattet. Das System erkennt potenzielle Lagerschäden frühzeitig und sorgt so dafür, dass die Ventilatoren im Ernstfall einsatzbereit bleiben.

Lagerschäden an Motoren entwickeln sich oft schleichend und bleiben ohne gezielte Überwachung lange unbemerkt. Fällt ein Brandgas-Dachventilator im Notfall aus, kann das gravierende Folgen haben: verqualmte Fluchtwege, erschwerte Löscharbeiten und hohe Folgeschäden. Um diesen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, hat sich der Betreiber des 2008 in Betrieb genommenen und 2018 erweiterten Reifenlagers dazu entschieden, seine Anlagen mit der „Lager-Zustandsdiagnostik“ („LZD“)  von Helios auszustatten. So lässt sich das Risiko unerwarteter Ausfälle deutlich reduzieren – und die dauerhafte Einsatzfähigkeit der Entrauchungsanlage langfristig sichern.

Funktionsweise der Lager-Zustandsdiagnostik

Die „LZD“ überwacht den Zustand der Motorlager – wahlweise kontinuierlich oder in regelmäßigen Abständen. Das System erkennt frühzeitig Schwingungsabweichungen und Temperaturanstiege, die auf Verschleiß oder Defekte hindeuten. Die Auswertung erfolgt über ein Ampelsystem mit LED-Anzeigen direkt am Gerät. Optional ist eine Anbindung an die Gebäudeleittechnik möglich. Wartungseinsätze lassen sich so vorausschauend und bedarfsorientiert planen – anstatt Lager routinemäßig alle fünf Jahre gemäß den Herstellervorgaben zu tauschen, werden sie nur bei tatsächlichem Bedarf ersetzt. Das spart Kosten und erhöht die Betriebssicherheit. Die „Lager-Zustandsdiagnostik“ ist in zwei Varianten erhältlich: Die Basisversion („LZD-Basic“), die sich auch bei bestehenden Ventilatoren nachrüsten lässt, konzentriert sich auf die Erfassung der Schwingungswerte. Die erweiterte Version („LZD-Comfort“) überwacht zusätzlich den Zustand des Lagerfetts anhand der Lagertemperaturen. Beide Varianten wurden speziell für direkt am Netz betriebene Brandgasventilatoren entwickelt und bieten passende Lösungen für unterschiedliche Betriebsbedingungen.

Installation und Inbetriebnahme

Für eine reibungslose Integration sorgt das durchdachte Installationskonzept der „LZD“-Technik: Bei der Installation der Lager-Zustandsdiagnostik an den 15 Brandgas-Dachventilatoren im Reifenlogistikzentrum wurden die „LZD“-Module auf Höhe der Revisionsschalter montiert, die Sensoren am Motor befestigt und die Sensorkabel durch den Kühlluftkanal ins Gehäuse geführt. Danach erfolgte der Anschluss der Sensoren, das Anklemmen der 230V-Zuleitung sowie die Einbindung ins bestehende Netz. Nach dem vollständigen Verschließen der Ventilatoren war die „LZD“ ohne weitere Parametrierung sofort betriebsbereit. Dank der klaren Montagepunkte und einfachen Verkabelung konnte die Installation schnell und unkompliziert abgeschlossen werden. Abschließend empfiehlt das Team, die „LZD“-Anzeige vierteljährlich zu kontrollieren.

Technische Merkmale der Brandgas-Dachventilatoren

Die eingesetzten Ventilatoren sind laut Hersteller für extreme Bedingungen und höchste
Sicherheitsanforderungen ausgelegt. Sie bieten Luftleistungen bis zu 70.000 m³/h
in den Temperaturklassen F400 und F600. Ein patentiertes Kühlkonzept, robuste Bauweise und praktische Details wie Transportösen, Revisionsschalter und vertikaler Luftaustritt sorgen für Zuverlässigkeit im Brandfall und im Alltag – wo sie auch zur regulären Lüftung eingesetzt werden können. Umfangreiches Zubehör – von Deflektorhauben für hohe Schneelasten bis zu Schalldämpfern – rundet das System ab.

x

Thematisch passende Artikel:

Brandgas-Dachventilator

Dual-Use-Konstruktion spart kosten

Gro?en Hallen als ?ffentlicher Raum oder als Produktionsst?tten k?nnen ohne Kanalsystem ?ber Dach entl?ftet und entraucht werden. Ein besonders wirtschaftliches Konzept ist, beides ?ber das gleiche Ventilationssystem zu realisieren.

Technisch und gesetzlich die niedrigsten Hürden für die Kombination von Entrauchungs- mit Entlüftungsanlagen bestehen bei kanalungebundenen Systemen. Also Ventilatoren, die große Räume wie...

mehr
Ausgabe 01/2022 Lagerhalle mit natürlichem und maschinellem Entrauchungssystem

XXL-Brandschutzkonzept für ein XXXL-Möbelhaus

Die großen Möbelhäuser in Österreich und Deutschland – wie die Units der XXXLutz Gruppe, u.a. Möbelix und Mömax – sind hinlänglich bekannt. Und wer solche Möbelhäuser baut, der benötigt...

mehr