TOP 100-Award: Christian Wulff würdigt Kingspan STG
29.06.2026Anerkennung für beeindruckende Innovationsleistungen: Christian Wulff gratulierte der Kingspan STG GmbH aus Lemgo zum Sprung in die TOP 100. Der frühere Bundespräsident und Ministerpräsident begleitete den zum 33. Mal ausgetragenen Innovationswettbewerb als Mentor. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren überzeugte Kingspan STG in der Größenklasse B (51 bis 200 Mitarbeiter in Deutschland) besonders in der Kategorie Innovationsprozesse und Organisation. Das Unternehmen zählt bereits zum dritten Mal zu den Top-Innovatoren.
Preisverleihung durch Christian Wulff (ehemaliger Bundespräsident und Ministerpräsident) an Geschäftsführer Frank Wienböker (rechts), Daniar Schaltabaev (Produkt Manager, links) und Annik Erdmann (Leitung Marketing, 2. v. l.).
Bild: KD Busch / compamedia
In dem anlässlich der Auszeichnung veröffentlichten TOP 100-Unternehmensporträt heißt es: Aufzugsschächte haben eine besondere Doppelrolle: Sie verfügen am oberen Ende über Öffnungen, damit Rauch im Brandfall schnell entweichen kann und im Alltag die notwendige Schachtbelüftung sichergestellt ist. Dauerhaft geöffnete Öffnungen sind jedoch aufgrund energetischer Anforderungen an die Gebäudehülle nicht mehr zulässig, da sie zu erheblichen Wärmeverlusten führen. Das Aufzugsschachtentrauchungssystem „LiSE“ der Kingspan STG GmbH mit automatisierten Verschlusskappen wird nur im Bedarfsfall zur kontrollierten Lüftung oder Entrauchung geöffnet und bleibt ansonsten verschlossen.
„LiSE“ ist ein System, das Sicherheit und Energieeffizienz zusammenbringt. Der Gebäudeautomation- und Industrieelektronik-Anbieter Kingspan STG organisiert seine Entwicklung immer aus strategischer Sicht: Kundenprojekte, eigene Elektronikfertigung und digitale Planungstools greifen ineinander. Es entstehen modulare Steuerungen, die sich wie ein Baukastensystem wiederverwenden lassen. Neue Tools durchlaufen interne Tests, Betaphasen bei ausgewählten Kunden und Anpassungen auf Basis von Service-Rückmeldungen. „Viele unserer heutigen umsatzstarken Standardprodukte sind ursprünglich aus Kundenprojekten entstanden“, erklärt Geschäftsführer Frank Wienböker.
Gleiche Grundarchitektur
Wie aus einem Projekt ein Produkt wird, zeigt ein Fall aus der Industrieelektronik: Ein Kunde bestellte Komponenten für die Gebäudeautomation auf Basis einer „LON-Bus“-Technologie, also eines Standards für dezentrale Netzwerke. Kingspan STG entwickelte die Technologie weiter und baute sie mit einem eigenen, sicherheitsgerichteten Bussystem zu einem kompletten, modularen Steuerungssystem aus. Daraus entstand ein Baukastensystem für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Druckbelüftungsanlagen sowie für die kontrollierte natürliche Lüftung, mit dem unterschiedlichste Projekte effizient und flexibel realisiert werden. So lassen sich sehr unterschiedliche Vorhaben mit derselben Grundarchitektur bearbeiten.
Eigene Elektronikfertigung
Hinter dieser Struktur stehen zentrale Top-Management-Entscheidungen. Die Geschäftsführung investierte früh in eine eigene Elektronikfertigung in Europa und nahm hohe Anfangskosten in Kauf, um Entwicklung und Fertigung räumlich zu verknüpfen. Heute können in kürzester Zeit Prototypen und Designstudien entwickelt, getestet und in Serie gefertigt werden. Parallel nutzt das Unternehmen eine konzernweit abgeschirmten KI-Umgebung, in der Marketing, Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung mit künstlicher Intelligenz arbeiten, ohne sensible Daten zu veröffentlichen. Zudem baut das Unternehmen Remote-Lösungen für die Gebäudeautomation und kann durch prädiktive Wartungsmodelle seinen Kunden einen deutlich höheren Servicelevel bieten.
