Minimax stellt Produktion PFAS-haltiger Feuerlöscher ein


Bild: Minimax Mobile Services GmbH

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Fluorsubstanzen (PFAS) sind kaum noch aus Verbraucherprodukten wegzudenken. Jedoch werden sie wegen ihrer gesundheits- und umweltbelastenden Eigenschaften stark kritisiert. Die Forderung nach EU-weiten PFAS-Verboten wird immer stärker. Die Minimax Mobile Services GmbH zieht daraus ihre Konsequenzen und stellt als eines der ersten Brandschutzunternehmen die Produktion aller Feuerlöscher ein, deren Löschschaum – wenn auch nur minimale – PFAS-Zusätze enthält.

„Wir warten nicht auf das Inkrafttreten des PFAS-Verbots in Feuerlöschschäumen“, berichtet Markus Dumrath, Leiter Business Unit Feuerlöscher bei der Minimax Mobile Services GmbH. „Mittlerweile gibt es Alternativen zu PFAS-haltigen Schäumen und deshalb möchten wir den Wandel in eine nachhaltige Zukunft mit aller Kraft forcieren. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir unser Produktportfolio um PFAS-freie Schaumfeuerlöscher erweitert, deren Löschmittel sehr leistungsstark und gut biologisch abbaubar ist. Parallel dazu informieren wir unsere Kunden über eine multimediale Aufklärungskampagne umfassend über das geplante Verbot und unterstützen sie beim nachhaltigen Umstieg auf PFAS-freie Alter­nativen“, ergänzt er.

Durch diese Maßnahmen lassen sich in jedem Betrieb ausnahmslos alle Brandklassen mit ausschließlich PFAS-freien, effektiven und umweltfreundlichen Minimax-Feuerlöschern abdecken. Eine weitere Produktion PFAS-haltiger Feuerlöscher wäre nicht mehr gerechtfertigt. Daher läuft in der Produktionsstätte Bad Urach ab Mai 2023 kein PFAS-haltiger Schaumfeuerlöscher mehr vom Band.

Hintergrund

Die Industriechemikalien PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) werden aufgrund ihrer besonderen wasser-, öl- und schmutzabweisenden Eigenschaften sowie ihrer hohen thermischen und chemischen Stabilität seit vielen Jahren in unzähligen Verbraucherprodukten eingesetzt: Pfannen, Regenjacken, Verpackungen, Kosmetika und vieles mehr.

Im Laufe der Jahre sind diese Chemikalien weltweit in die Umwelt gelangt. Nach neuesten Presseberichten sind die Grenzwerte für PFAS in vielen Städten bereits stark überschritten. PFAS lassen sich unter anderem in Tieren, Lebensmitteln und im menschlichen Blut nachweisen. Sie gelten als schwer biologisch abbaubar und stehen in Verdacht, zahlreiche chronische Krankheiten zu verursachen, krebserregend und umweltschädigend zu sein.

Einige dieser unzähligen PFAS sind schon seit Jahren verboten. Um künftige (irreversible) Schäden zu verringern, wird das EU-weite Verbot aller PFAS angestrebt. So treibt auch die Europäische Chemikalienagentur ein Verbot PFAS-haltiger Feuerlöschschäume voran.

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