Sanierung eines Kinodenkmals

Steinwoll-Dämmung erfüllt Schall- und Brandschutzanforderungen

Das Kino International an der Berliner Karl-Marx-Allee wurde einer umfassenden, denkmalschutzgerechten Sanierung unterzogen. Im Zuge einer Schadstoffbeseitigung und zur Verbesserung des Brandschutzes wurde auf den abgehängten Decken des Denkmals die alte Karmelitdämmung aus DDR-Zeiten ausgebaut. Zur Wiederherstellung des Schallschutzes wurde auf der wellenförmigen Rabitzdecke über dem Vorführsaal ein Granulat aus nichtbrennbarer Steinwolle aufgeblasen und verdichtet.

Um 9 m ragt das Obergeschoss des Berliner Kino International mit seinem großen Vorführsaal über das Erdgeschoss hinaus. Das Gesamtgebäude wurde kürzlich einer denkmalschutzgemäßen Komplettsanierung unterzogen. Die Relieffassade blieb vollständig erhalten.
Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Um 9 m ragt das Obergeschoss des Berliner Kino International mit seinem großen Vorführsaal über das Erdgeschoss hinaus. Das Gesamtgebäude wurde kürzlich einer denkmalschutzgemäßen Komplettsanierung unterzogen. Die Relieffassade blieb vollständig erhalten.
Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Kino International ist seit seiner Eröffnung am 15. November 1963 eine Institution. Als spätes Zeugnis der modernistischen Architektur steht es seit Beginn des 21. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Bereits in den 2010er-Jahren hatte die Betreiberin, die Yorck Kinogruppe, dringende Sanierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt. Im Mai 2024 begann schließlich eine Generalsanierung, für die das Haus erstmals in seiner Geschichte für einen längeren Zeitraum geschlossen bleibt. Im Frühjahr 2026 erfolgte die Wiedereröffnung.

Modernistische Architektur

Das nichtbrennbare Steinwolle-Granulat „Fillrock RG“ wurde zu einer geschlossenen Dämmlage auf der historischen Decke verarbeitet. Die vor dem Gebäude aufgestellte Einblasmaschine förderte das Granulat durch robuste Schläuche über viele Meter in den Dachraum über der Rabitzdecke.
Bild: Deutsche Rockwool

Das nichtbrennbare Steinwolle-Granulat „Fillrock RG“ wurde zu einer geschlossenen Dämmlage auf der historischen Decke verarbeitet. Die vor dem Gebäude aufgestellte Einblasmaschine förderte das Granulat durch robuste Schläuche über viele Meter in den Dachraum über der Rabitzdecke.
Bild: Deutsche Rockwool
Mit seinem außergewöhnlichen, leuchtend weißen Baukörper ist das Kino International nicht zu übersehen. Über dem Eingangssockel ragt der eigentliche Kinotrakt mit seiner verglasten Hauptfassade rund 9 m vor. Die Breite der Leinwand beträgt großzügige 17,5 m. Blaugepolsterte Sitzreihen sind im Vorführsaal hinunter zur Bühne gestaffelt. Verstärkt wird die optische Ausrichtung zur Leinwand durch die Akustikdecke des Raumes. In Wellen schwingt sich eine abgehängte Decke der Leinwand entgegen, die in Rabitztechnik erstellt wurde.

Historische Rabitzdecke

Die historische Rabitzdecke im Vorführsaal des Kino International hängt an einer Tragkonstruktion aus Stahl, die in sehr gutem Zustand ist und in die auch ein Laufweg aus Gitterrosten integriert wurde. Für die Erneuerung der Dämmung über der gesamten Decke mussten zusätzliche Laufwege aus Holzplanken verlegt werden. Auf ihnen konnten sich die Mitarbeiter des beauftragten Fachunternehmens sicher bewegen und die Schläuche mit sich führen, über die das Steinwolle-Granulat auf die Decke aufgeblasen wurde.

Steinwolle-Granulat garantiert Hochtemperaturbeständigkeit

Die Entscheidung für das Granulat „Fillrock RG“ der Deutschen Rockwool  fiel aus Gründen des Brandschutzes. Da dieses Granulat aus Steinwolle mit einem Schmelzpunkt von über 1.000 °C besteht, ist es eine gute Wahl für alle Gebäude, in denen ein hoher Anspruch an den vorbeugenden Brandschutz besteht. Ziel war es, eine fugenlose Dämmlage von 160 mm auf der gesamten Decke zu erreichen. Nach dem Aufbringen des Granulats wurde dieses mit Kaliwasserglas benetzt, um die Dämmung zu fixieren und in ihrer Lage zu sichern. Die Raumakustik im Vorführraum des Kinos profitiert von der Masse der neuen Steinwolle-Dämmung ebenso wie der Brandschutz. Kontinuierlich wurde mit einem Stabmaß geprüft, ob die angestrebte Dämmdicke erreicht ist und der Wasserglaskleber aufgebracht werden kann.
Bild: Deutsche Rockwool

Kontinuierlich wurde mit einem Stabmaß geprüft, ob die angestrebte Dämmdicke erreicht ist und der Wasserglaskleber aufgebracht werden kann.
Bild: Deutsche Rockwool

Reduzierter Feuchteeintrag

Ausgeführt wurde die Dämmung mit dem Granulat durch die Cogito GmbH aus Müncheberg, ein Unternehmen, das auf Dämmungen mit Granulaten spezialisiert ist. „Fillrock RG“ ist ein nichtbrennbares, flockenförmiges Granulat aus Steinwolle in der Wärmeleitstufe (WLS) 038. Cogito-Geschäftsführer Gerd Seume spricht von einem „für uns nicht ungewöhnlichen Einsatz, allerdings in einem ungewöhnlichen Denkmal“. Deckendämmungen habe sein Team im Kino International in drei Bauabschnitten eingebracht: über dem großen Vorführraum, über der Bühne hinter der Leinwand und über der Panorama-Bar, die ebenfalls im vorkragenden Obergeschoss untergebracht ist. 

Auch der Kinosaal bleibt in seiner ursprünglichen Gestaltung und mit den Materialien der frühen 1960er-Jahre erhalten. Die wellenförmige Akustikdecke wurde mit einer nichtbrennbaren Steinwolle-Dämmung auf ihrer Rückseite zukunftsfähig gemacht.
Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Auch der Kinosaal bleibt in seiner ursprünglichen Gestaltung und mit den Materialien der frühen 1960er-Jahre erhalten. Die wellenförmige Akustikdecke wurde mit einer nichtbrennbaren Steinwolle-Dämmung auf ihrer Rückseite zukunftsfähig gemacht.
Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
In der Verarbeitung eines Steinwolle-Granulats mit Wasserglaskleber ist das Team der Cogito GmbH erfahren. Mit Blick auf die Rabitzdecke aus Gips entschied Geschäftsführer Seume, den Kleber nicht – wie sonst üblich – gemeinsam mit dem Granulat aufzuspritzen, sondern nur einmalig am Ende des Aufblasens. „So konnten wir die Menge der Feuchtigkeit im Auftrag reduzieren“, erklärt Seume. 

Die Ausschreibung der Dämmarbeiten im Kino International hatte Seume mit der Technischen Beratung und dem Produktmanagement der Deutschen Rockwool geprüft.

Wird das Granulat „Fillrock RG“ als Schüttdämmung mit einer Dichte von 45 bis 55 kg/m3 aufgebracht, erreicht es die Wärmeleitstufe 038. Das Setzmaß liegt bei maximal 10 %. Im Falle eines Rückbaus kann das Steinwolle-Granulat recycelt und ohne Wertverlust zu neuen Steinwolle-Produkten verarbeitet werden. Die Deutsche Rockwool bietet dazu das Rücknahmesystem „Rockcycle“ an.

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