Durchgängig sicher

Brandschutz für Medizin

Im britischen Macclesfield betreibt das Pharmaunternehmen AstraZeneca einen Produktionsstandort sowie ein Versandzentrum. Um seine Logistikkapazitäten zu erweitern, hat das Unternehmen ein neues Hochregallager errichtet. Das Besonderean der Brandschutzlösung: Die „OxyReduct“-Anlage zur aktiven Brandvermeidung ist mobil in einem Container vorinstalliert.

Der Neubau von AstraZeneca umfasst zwei Packlinien, an denen Tabletten und Kapseln in Sichtverpackungen eingeschweißt werden, sowie ein 30 m hohes Hochregallager, das rund 11.000 Paletten fasst. Von hier aus versendet das Unternehmen seine Produkte in mehr als 100 Länder in aller Welt.

Beim Brandschutz suchte AstraZeneca nach einer Alternative zu herkömmlichen Sprinkleranlagen – denn Sprinkler stoßen in Hochregallagern schnell an ihre Grenzen, da ein hoher Aufwand bei der Installation betrieben werden muss und die Sicherung der Waren vor Kontamination durch Rauch und Löschwasser nicht sichergestellt werden kann. Schließlich stieß das Unternehmen auf Wagner und die Brandvermeidungstechnologie „OxyReduct“.

Brände vermeiden statt Brände löschen

Das neue Hochregallager ist durch „OxyReduct“ optimal geschützt. „Hier darf auch kein Feuer ausbrechen, denn die Medikamente aus Macclesfield werden auf der ganzen Welt benötigt“, sagt Carl Bryan, Managing Director Wagner UK. Denn selbst der kleinste Brand könnte die Unterbrechung der Lieferkette zur Folge haben. Doch auch ohne diesen Aspekt hat die Brandvermeidung im automatisierten Hochregallager allerhöchste Priorität. „‚OxyReduct‘ schützt die Menschen, die am Standort Macclesfield arbeiten, die eingelagerten Medikamente und nicht zuletzt auch das Lager selbst, indem das Brandrisiko von vornherein minimiert wird“, so Bryan. „Das ist besser, als Brände reaktiv per Sprinkler zu bekämpfen. Wasser würde die eingelagerten Güter beschädigen und das Gebäude in Mitleidenschaft ziehen.“

Per Kran eingeschwebt

Das rund 54.000 m3 große Hochregallager, dessen Bau im September 2016 startete, wird durch die Brandvermeidungstechnologie „OxyReduct“ von Wagner geschützt. Dabei wird die Sauerstoffkonzentration unter die Entzündungsgrenze der lagernden Materialien dauerhaft abgesenkt und kontrolliert auf diesem Niveau gehalten, sodass sich Brände nicht weiter ausbreiten können. Zwei Einheiten der „V-Line“ generieren den für die Absenkung des Sauerstoffgehaltes notwendigen Stickstoff effizient und direkt aus der Umgebungsluft.

Die Installation fand im Juni 2017 statt. „Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war, dass wir die „OxyReduct“-Anlage aus logistischen Gründen nicht direkt ins Gebäude einbauen konnten“, erklärt Bryan. Somit wurde die Anlage in einem 4 m hohen, 14 m langen, 2,4 m breiten und 21 t schweren Container vorinstalliert und per Schwerlasttransport nach Macclesfield gebracht. „Per Kran musste der Container über mehrere Gebäude gehoben und eingeschwebt werden – anders war der Einsatzort nicht zu erreichen“, so der Brandschutzexperte.

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2019-01 Kein Spiel mit dem Feuer

Aktive Brandvermeidung setzt an, bevor ein Brand entsteht

Traditionelle Brandschutzanlagen sind passiv, das heißt, sie reagieren erst, wenn ein Feuer bereits ausgebrochen ist. Eine aktive Brandvermeidung mittels Sauerstoffreduktion, wie sie die Wagner Group...

mehr
Nachhaltiger Strom durch Photovoltaik

Aktive Brandvermeidung beim Naturkosthersteller

Bereits 1973 legte Firmengründer Rainer Welke den Grundstein für die Firma Davert GmbH: Sein „Makrohaus“ zählte zu den ersten fünf Bioläden in ganz Deutschland. Damals noch mit viel...

mehr
Vorbeugender Brandschutz für Gefahrstofflager

Sicherheit für gefährliche Lagerbereiche

Die Aufgabenstellung an den anlagentechnischen Brandschutz ist klar beschrieben: Es geht um den Schutz von Mensch, Gesundheit, Umwelt und Tieren. Hinzu kommen unternehmerische Anforderungen wie die...

mehr
Individuelle Brandschutzlösungen erhöhen Sicherheit

Risiken ermitteln, Brände beherrschen

Laut der Studie liegt der durchschnittliche Verlust durch Betriebsunterbrechungen bei 2,2 Mio. €, und ist damit 36 % höher als der durchschnittliche direkte Sachschaden (1,6 Mio. €). Feuer und...

mehr
Ständig unter Strom und geschützt

Brandvermeidung in Rechenzentren

Dies wollen Rechenzentren verhindern, selbst wenn sie die Daten auch redundant vorhalten. Rechenzentrumsbetreiber benötigen für ihren sicheren Brandschutz eine passende Lösung – ohne stromlos zu...

mehr