Brandschutz für Batteriegroßspeicher-Projekt
Voltfang setzt auf zertifizierte BrandfrüherkennungEin Batteriespeicherprojekt in Alsdorf zeigt, wie Energiespeicherung zur Netzstabilisierung beitragen kann. Der Systemintegrator Voltfang nutzt dabei großskalige Batteriespeicher, die Strom bedarfsgerecht ein- und ausspeichern. Für den sicheren Betrieb sorgt ein integriertes Brandfrüherkennungssystem von Hekatron Brandschutz. Es überwacht kritische Zustände innerhalb der Anlage und ermöglicht automatisierte Gegenmaßnahmen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und die Anlagenverfügbarkeit zu gewährleisten.
Das Batteriegroßspeicher-Projekt in Alsdorf kann 2.000 Haushalte mit Strom versorgen.
Bild: Voltfang
Hekatron Brandschutz lieferte die Sicherheitstechnik für ein Batteriegroßspeicher-Projekt von Voltfang in Alsdorf, das kürzlich fertiggestellt wurde. Der Systemintegrator für Batterie Energiespeichersysteme (BESS) aus Aachen setzt dabei auf ein klar definiertes Ziel: Strom dann einzuspeichern, wenn er günstig verfügbar ist und ihn in Zeiten knapper Netzkapazitäten oder hoher Nachfrage wieder abzugeben. Damit trägt die Anlage aktiv zur Netzstabilisierung und Energieeffizienz bei. Für die notwendige Betriebssicherheit und den gesetzlich geforderten Brandschutz sorgt ein integriertes Brandfrüherkennungssystem.
Welche Rolle Strom in unserem Alltag spielt, wird dann besonders deutlich, wenn er plötzlich fehlt, wie zu Jahresbeginn beim Berliner Blackout, als ganze Stadtteile plötzlich in Dunkelheit und Kälte versanken. Genau hier setzt Voltfang mit seinen BESS-Lösungen an, welche die Energiewende und das Stromnetz planbar machen. Im Projekt Alsdorf kommen vier Container mit insgesamt 20 MWh Kapazität und 9,5 MW Leistung zum Einsatz. Die Gesamtanlage kann 2.000 Haushalte versorgen und ist Teil der Energiewende in Alsdorf.
Herzstück des verwendeten Brandmeldesystems ist die kompakte Hekatron-Brandmelderzentrale „Integral Evoxx C“.
Bild: Hekatron
Automatisiertes Sicherheitskonzept für maximale Anlagenverfügbarkeit
Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, wurde das Speichersystem mit einer modularen Brandmeldeanlage ausgestattet. Die Lösung von Hekatron erkennt frühzeitig kritische Entwicklungen innerhalb der Container und leitet automatisiert Gegenmaßnahmen ein. Das System überwacht unter anderem potenzielle Gasansammlungen sowie CO-Konzentrationen – ein wesentlicher Indikator für beginnendes Thermisches Durchgehen, also der Überhitzung etwa einer Batterie in Form eines selbstverstärkenden Prozesses, die oft zu Bränden oder Explosionen führt.
Multitalente an der Decke: Mehrfachsensormelder inklusive CO-Gasdetektion vom Typ „CMD 533 X“ überwachen die Speichermodule.
Bild: Hekatron
Die eingesetzte „INTEGRAL“-Brandmeldeanlage übernimmt mehrere sicherheitsrelevante Aufgaben gleichzeitig. Die Brandmeldeanlage ist direkt mit dem Energiemanagementsystem und der Lüftungsanlage verbunden. Entsteht im Container ein kritischer Zustand, wird automatisch auf einen Frischluft-Spülbetrieb mit maximaler Kühlleistung umgeschaltet, um die Ausbreitung von Störungen zu verhindern (für mehr Produktdetails siehe Kasten). Felix Nolte, Head of Product Development bei Voltfang, erklärt: „Wir haben uns für Hekatron entschieden, weil uns das modulare Systemkonzept, das überzeugende Preis-Leistungs-Verhältnis und die nahtlose Integration in unsere Speicherarchitektur überzeugt haben. Für uns war wichtig, eine zuverlässige, erweiterbare Lösung zu bekommen, die sowohl mit lokalen Errichtern als auch mit Unterstützung von Hekatron funktioniert.“ Künftig sollen daher alle Speicheranlagen mit Sicherheitstechnik des Herstellers ausgerüstet werden.
Die in der Mittelspannungszentrale sowie in den Speichermodulen eingesetzten Mehrfachsensormelder sind nach EN 54-26 zugelassen.
Bild: Hekatron
Achim Irnich, Spezialist für Brandmelde- und Sprachalarmierungssysteme bei Hekatron, fügt hinzu: „Wir freuen uns, Teil dieses richtungsweisenden Projekts zu sein. Hier können wir erneut zeigen, wofür unser Unternehmen steht: zuverlässige Sicherheitstechnik, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen volle Leistung bringt. Besonders motiviert uns, dass wir damit in diesem Fall einen Beitrag zu einer nachhaltigeren und resilienteren Energieinfrastruktur leisten.“
BS Brandschutz fragt nach
Kontinuierliches Spannungs- und Temperaturmonitoring aller Batterie-Zellen,
CO-, Rauch- und Wärmemelder-Überwachung der Batteriecontainer (BSU) als Teil einer VdS- bzw. DIN 14675 zertifizierten Brandmeldeanlage (FAS),
Abschaltung der Anlage im Fehlerfall zur Unterbrechung von Energie- bzw. Zündquelle bei Stör-, Fehler– oder Branddetektion,
Klimaanlage mit Luftklappen zur aktiven Gas-, Rauch- und Wärmeabführung (RWA),
Feuerhemmende Außenwände (Baustoffklasse A1), die in Verbindung mit mindestens 4 m Brandschutzabständen eine
sichere Brandschottung zum Brandcontainern bilden,
nicht brennbare Baustoffe und Materialien (Brandklasse A1, A2),
selbstverlöschende (min. Brandklasse E(CA), UL 94 V-0), kurz- und erdschlusssichere elektrische Anlagenteile und Kabel in brandhemmender Verlegung (Einzelader-Ausführung)
Visuelle und akustische Alarmsignale im Brandfall mit Freischaltungsanzeige,
Empfehlungen für das Verhalten im Brandfall (Handlungsleitfaden Brandschutz, Feuerwehreinsatzplan) in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr,
jährliche Begehung, Wartung und Überprüfung der gesamten Anlage,
Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) und -Bedienfeld (FBF) mit Freischaltelement (FSE),
Aufschaltung des FAS auf eine ständig besetzte Leitstelle oder Servicezentrale.
Zentraler Bestandteil ist eine VdS- oder, bei geforderten Anlagen, DIN14675 konforme Brandmeldezentrale (BMZ), die über eine Ringbus-Leitung mit allen Komponenten und Meldern im Feld verbunden ist. Das FAS kann auch auf ein übergeordnetes, anlagenspezifisches oder firmeninternes Brandmeldesystem aufgeschaltet werden.
Brandmeldezentrale (BMZ), Feuerwehrbedienfeld (FBF), Druckknopfmelder und Opto-akustische Alarmierung befinden sich in bzw. am MS-Schaltanlagencontainer (MSSA).
Detektion bei der frühzeitigen Erkennung eines Thermal
Runaway? Beziehungsweise wie unterscheidet sie sich von konventionellen Brandmeldesystemen?
nach EN 54-26 als CO-Gas Sensor,
nach EN 54-7 als optischer Sensor,
nach EN 54-5 als thermischer Sensor,
nach EN 54-30 für die Verknüpfung von Co-Gas und thermischem Sensor,
nach EN 54-29 als Mehrfachsensormelder.
sensormelder komplexe und gleichzeitig sehr breite Anwendungsbereiche abdecken.
Früherkennung von Brandereignissen und kritischen Gasentwicklungen,
Abschaltung des betroffenen Containers im Ereignisfall,
automatische Lüftungssteuerung zur Abfuhr von Wärme und Gasen,
Signalisation über Außensirenen und Blitzleuchten,
Überwachung von Türkontakten und Anlagenzuständen mit Weiterleitung an eine 24/7-Zentrale.
INTEGRAL EvoxX“ mittels der erwähnten Melder und zusätzlich durch kombinierte Ein-/Ausgangsmodule vom Typ „BX-O2I4“. Derartige ereignisbezogene und / oder zeitabhängige Überwachungs- und Steueraufgaben gehören heute zu den Standard-Aufgabenprofilen der verwendeten BMA.
„INTEGRAL-EvoxX“ können Überwachungs- und Steuerfunktionen im Rahmen der Brandfallsteuerung sehr individuell, ereignisbezogen und ressourcenschonend umgesetzt werden. Das
„INTEGRAL“-System bildet die Funktionen der Brandfallsteuerung ab und benötigt keine zusätzlichen externe Geräte und separate Steuerungen.
Betreiber ein Höchstmaß an Betriebssicherheit und Verfügbarkeit seines BMA-Systems und maximale Sicherheit für sein Batteriespeichersystem, unabhängig von einer Aufschaltung zur örtlichen Feuerwehr.
DIN 14675-1/-2,
VDE 0833-1/-2,
EN 54,
DIN EN 50710 für Remote Services.
Jedes Brandschutzkonzept ist hoch individuell in der Bewertung und kann daher kaum auf andere Objekte oder Anwendungsfälle
übertragen werden. Deshalb lässt sich das Alsdorfer Konzept nicht ohne Kenntnis der jeweils konkreten Gegebenheiten auf andere BESS-Projekte anwenden. Allerdings wird in Objekten, deren größtes Risiko ein Thermal Runaway ist, allgemein neben Wärme- und Rauch- die CO-Detektion eine zentrale Rolle spielen, weshalb hier Mehrfachsensormelder mit Zulassung nach EN 54 zu empfehlen sind.
