Cybersicherheit für die Sicherheits- und Brandschutzbranche
12.10.2026Euralarm und die Confederation of European Security Services (CoESS) haben ihre Richtlinien zur Cybersicherheit für die Sicherheits- und Brandschutzbranche aktualisiert. Die aktuelle Publikation bietet praktische Leitlinien für Organisationen in der gesamten Branche, da Cybersicherheit zu einer immer wichtigeren betrieblichen, technischen und rechtlichen Anforderung wird.
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Die zunehmende Vernetzung von Brandschutz- und Sicherheitssystemen bietet erhebliche Vorteile, darunter Fernüberwachung und -wartung, schnellerer Zugriff auf Informationen und eine bessere Integration zwischen den Systemen. Gleichzeitig birgt die Vernetzung Cybersicherheitsrisiken, die über den gesamten Lebenszyklus von Systemen und Diensten hinweg angegangen werden müssen.
Die aktualisierten Leitlinien verfolgen daher einen umfassenden Ansatz zur Cybersicherheit. Sie richten sich an Organisationen, die in den Bereichen Produktentwicklung, Systemdesign, Installation und Wartung sowie Überwachung und Alarmreaktionsdienste tätig sind. Die Publikation verbindet organisatorische Empfehlungen mit praktischen technischen Maßnahmen und Leitlinien für die Zusammenarbeit mit Kunden und anderen Partnern in der Sicherheitskette.
Reaktion auf ein sich wandelndes regulatorisches Umfeld
Ein wichtiger Grund für die Aktualisierung der Publikation ist der sich rasch entwickelnde europäische Rechtsrahmen im Bereich der Cybersicherheit. Die neuen Leitlinien bieten einen Überblick über die für den Brandschutz- und Sicherheitssektor relevanten Rechtsvorschriften, darunter die NIS2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act (CRA). Die Leitfäden gehen auch auf andere relevante europäische Rechtsvorschriften ein, darunter das EU-Gesetz zur Cybersicherheit, die DSGVO, die Richtlinie über Funkanlagen und das KI-Gesetz.
Cybersicherheit entlang der gesamten Sicherheitskette
Anstatt Cybersicherheit ausschließlich als Produkt- oder IT-Thema zu behandeln, werden in den aktualisierten Richtlinien Risiken und Verantwortlichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Sicherheit und Brandschutz betrachtet. Ein zentrales Element ist ein Lebenszyklusansatz auf der Grundlage von fünf Säulen, der Produkte, Projektplanung, Installation und Wartung, Überwachung sowie Alarmreaktion umfasst.
Für jede Phase werden in den Leitlinien relevante Risiken identifiziert und praktische Empfehlungen zu deren Minderung gegeben.
Technologie allein reicht nicht aus
Die aktualisierten Leitlinien betonen auch die menschlichen und organisatorischen Aspekte der Cybersicherheit. Unternehmen werden dazu angehalten, eine klare Cybersicherheitsrichtlinie zu erstellen, Verantwortlichkeiten festzulegen, Bestandslisten der angeschlossenen IT- und OT-Ressourcen zu führen, regelmäßig Risikobewertungen durchzuführen und Verfahren zur Geschäftskontinuität und zur Reaktion auf Vorfälle einzuführen.
Schulungen und Sensibilisierung sind gleichermaßen wichtig. Zu den Empfehlungen gehören Cybersicherheitsschulungen für Führungskräfte, Compliance-, Beschaffungs- und technisches Personal sowie fortlaufende Sensibilisierungsprogramme für Mitarbeiter. Die Leitlinien betonen zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kunden, Lieferanten und Dienstleistern, damit die Verantwortlichkeiten im Bereich der Cybersicherheit über die gesamte Lebensdauer eines Systems oder einer Dienstleistung gewährleistet sind. Um Organisationen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu unterstützen, enthält die Veröffentlichung Verweise auf relevante Cybersicherheitsnormen und laufende Initiativen.
Die aktualisierten „Leitlinien zur Cybersicherheit für die Sicherheits- und Brandschutzbranche“ können hier oder über die Websites von Euralarm und CoESS heruntergeladen werden.
