Brandschutz funktional und gestalterisch umgesetzt

Brandschutztüren mit Glasflächen

Mehr Büroarbeitsplätze und Besprechungsräume – anstatt neu zu bauen, wurden bei der Rudolf Sievers GmbH die bisherigen Ausstellungsflächen im Bestandsgebäude umgenutzt. Dies erforderte neben einer verbesserten Akustik und einem stringenten Design nicht zuletzt eine neue Qualität des Brandschutzes.

Vor über 180 Jahren als lokaler Land- und Eisenhandel in Winsen an der Luhe gegründet, hat die Rudolf Sievers GmbH einige Wandlungen hinter sich. Heute ist das traditionsreiche Unternehmen als Fachgroßhandel und technischer Dienstleister mit über 200 Mitarbeitern an insgesamt zehn Standorten vertreten. Wo immer es möglich war, haben sich die Planer von Rudolf Sievers anstelle von Neubauten für den Umbau bestehender Objekte entschieden.

Trotzdem war der Beschluss zum Umbau am Firmensitz in Sveetal-Hittfeld nicht selbstverständlich. Das Bestandsgebäude hatte zwar eine gute Substanz, doch da das obere Geschoss in der Vergangenheit als Ausstellung konzipiert und genutzt wurde, stand der Architekt Christian Peters aus Sülldorf vor verschiedenen Herausforderungen. So stellten sich Fragen, wie die für eine Büronutzung zusätzlich erforderlichen Versorgungsleitungen untergebracht werden oder durch welche baulichen Maßnahmen bzw. Ausstattungselemente für eine verbesserte Akustik gesorgt werden kann. Schallschutz hatte beim Bau der Ausstellungsräume vor fast 50 Jahren keine Rolle gespielt. Die Halle hallte und so galt es, zukünftig eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu garantieren.

Brandschutzkonzept zwischen Funktionalität und Design

Außerdem musste ein Brandschutzkonzept integriert werden, das der neuen Nutzung in verschiedener Hinsicht entgegenkommt. Es ging einerseits um die Neudefinition von Brandschutzabschnitten, für die Architekt Peters auf das Fachwissen eines Brandschutzingenieurs zurückgriff. Andererseits war klar: Weil Rudolf Sievers den Mitarbeitern nicht nur neue, sondern auch „schönere“ Arbeitsplätze stellen wollte, war es mit rein funktionalem Brandschutz nicht getan. Die Anforderung an die Türlösungen lautete deshalb T30 / F30 plus Transparenz und plus eine Design unterstützende Gestaltung.

Dass Rudolf Sievers als Bauherr die Verwendung von Novoferm-Produkten vorgegeben hatte, war für den Architekten naheliegend: „Die Produkte erfüllen ja nicht nur die Anforderungen des Brandschutzes, sondern unterstützen durch ihr Design das gestalterische Konzept und die gewünschte Transparenz.“ Die insgesamt zehn verbauten Rohrrahmentüren des Systems „NovoFire-T30“ und -„RS“ halten mit ihren großen Glasflächen und filigranen Rahmenkonstruktion die Sichtachsen zwischen den Arbeitsbereichen offen und tragen zur Brandschutzsicherheit bei. Die vielfältigen Optionen, die Novoferm für die Rahmenoberflächen bietet, erleichterten die Einpassung in das Gestaltungskonzept. Zufrieden zeigt sich Peters auch beim Thema Schallschutz. Denn weil die Herstellung einer der Büroarbeit förderlichen Akustik eine echte Hürde war, durfte das Ergebnis nicht durch eine falsche Türenwahl beeinträchtigt werden – bei „NovoFire“-Rohrrahmentüren besteht diese Gefahr nicht, mit ihnen können Schalldämmwerte bis zu 42dB erreicht werden.

Das in mehrere Bauabschnitte aufgeteilte Projekt begann 2015 und ist aktuell in seine letzte Phase eingetreten. Der Ausstellungsraum wurde im Trockenbau neu aufgeteilt, helle Teppichböden und warme Farben schaffen eine angenehme Raumatmosphäre. Die Glasflächen in den „NovoFire“-Türen fördern den natürlichen Lichteinfall und sorgen buchstäblich für transparente Wege. Die wegen der niedrigen Deckenhöhe teilweise sichtbar verlegten Versorgungsleitungen geben den Räumen einen besonderen Charakter.

Gearbeitet wird in dem „neuen“ Verwaltungstrakt mit insgesamt rund 1.000 m² Grundfläche mittlerweile seit 2016. Die Erwartungen des Auftraggebers hat der Umbau jedenfalls erfüllt, vor allem aber wurde er von den Mitarbeitern sofort angenommen. „Die Mitarbeiter waren durchweg angenehm überrascht, wie der Umbau aus einer Kompromisslösung eine helle und ansprechende Bürolandschaft gemacht hat,“ so Ralf Kaden, der das Projekt als Geschäftsleitung Logistik bei Rudolf Sievers betreut hat. Kein Wunder, vom schmucklosen 70er Jahre Charme ist innerhalb des Gebäudes am Bosteller Feld in Hittfeld nichts mehr zu sehen – in dem 50 Jahre alten Bau arbeitet man heute in einer Atmosphäre, wie man sie im 21. Jahrhundert erwarten darf.

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