Studie belegt: Rauchwarnmelder retten Leben

Rauchwarnmelder senken signifikant die Gefahr, bei einem Brand zu sterben. Das belegt die Studie „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“ von Hekatron Branschutz. „Die Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht ist hoch“, erklärt Dr. Sebastian Festag, Risikoforscher bei Hekatron Brandschutz. Denn statistisch gesehen, verstarben im Mittelwert über die Jahre seit der Einführung der Rauchwarnmelder-Pflicht (RWM-Pflicht) 68 Personen weniger pro Jahr. Das sind rund 20 % weniger Brandsterbefälle im häuslichen Umfeld im Vergleich zum Mittelwert von 380 Todesopfern vor Einführung der RWM-Pflicht. Insgesamt wurden damit seit Einführung der Maßnahme statistisch betrachtet 501 Menschen gerettet. „Der positive Effekt konnte für Neu- und Bestandsbauten nachgewiesen werden“, ergänzt Dr. Festag, der die Studie gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Marion Meinert verfasst hat. 

Umfassender Schutz

Für den Wissenschaftler sind die Zahlen jedoch „nur die Spitze des Eisbergs“. Eine Einschätzung, die sich auch auf den Unfallforscher Herbert William Heinrich stützt. Denn nach seiner sogenannten Unfallpyramide liegen einem tödlichen Unfall 10 schwere und 10.000 Beinahe-Unfälle zugrunde. Das heißt, „die RWM-Pflicht schützt noch deutlich umfassender, als es die vorgelegten Zahlen aus dem Untersuchungszeitraum von 1998 bis 2016 vermuten lassen“, so Dr. Festag. Zudem geht der in der Studie beschriebene Effekt hauptsächlich auf den Einbau von Rauchmeldern in Neubauten zurück. Denn die Nachrüstpflicht für Bestandsbauten greift erst seit 2010 und wurde im Untersuchungszeitraum auch nur von einzelnen Bundesländern vorgeschrieben. Bei einer vollständigen Umsetzung der RWM-Pflicht auch in bestehenden Gebäuden „kann deshalb von deutlich mehr geretteten Personen ausgegangen werden“, so Dr. Festag.

Von zentraler Bedeutung ist für ihn deshalb auch der Ausstattungsgrad der Haushalte mit Rauchwarnmeldern. Nach seinen Hochrechnungen, bei denen er sich auf die Ergebnisse von Forsa-Umfragen stützt, sind hierzulande aktuell nur 50 bis 60 % aller Haushalte pflichtgemäß mit Rauchwarnmeldern ausgestattet. „Hier müssen wir ansetzen und noch mehr Aufklärungsarbeit leisten, um den Schutz für die Bewohner zu erhöhen“, so Dr. Festag.

Beispiel Mecklenburg-Vorpommern

Sehr anschaulich zeigt sich laut Dr. Festag der Zusammenhang zwischen Ausstattungsgrad und Wirksamkeit der RMW-Pflicht in Mecklenburg-Vorpommern. Während vor der Pflichteinführung in diesem Bundesland im Mittel 11,75 Brandsterbefälle jährlich erfasst wurden, sank der Wert bereits nach der Einführung zum 18.04.2006 auf 3,55 Sterbefälle (Mittelwert von 2006 bis 2016). Durch die RWM-Pflicht versterben hier folglich im Mittel jährlich 8,2 Personen weniger. In dieser Zeit ist der Ausstattungsgrad von 16 % auf ca. 80-90 % gestiegen.

 

Die vollständige Studie kann kostenlos heruntergeladen werden unter prosicherheit.net/studie-rauchwarnmelderpflicht.

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