Sicherheit für den guten Ton
Moderne Brandmeldetechnik für den Neubau der Musikschule LüdenscheidZwischen einer Musikschule und einer Brandmeldeeinrichtung dürfte es mehr als einen
Unterschied geben. In jedem Fall sind wohltönende Klänge bei ersterer das angestrebte Ziel;
letztere ist schweigend beliebter, nicht nur der schrillen Töne wegen. Mit dem sicheren Gefühl einer gut durchdachten Alarmierungseinrichtung im Hintergrund ist es für alle Beteiligten deshalb
leichter, sich auf die Kunst zu konzentrieren. Als zertifiziertes Fachunternehmen für Brandanlagen stattete Jungkurth den Neubau in Lüdenscheid mit moderner Brandmeldetechnik aus.
Jungkurth erhielt den Zuschlag im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung der Stadt Lüdenscheid für die Musikschule. Ivica Kegalj, Projektleiter Sicherheitstechnik, entschied sich auch bei diesem Projekt für eine Zusammenarbeit mit Hertek.
Für den Bau der Musikschule war im Landesbaurecht, das für das jeweilige Bauvorhaben maßgeblich ist, eine Hausalarmierungsanlage vorgesehen. Das heißt, eine Aufschaltung zur Feuer-
wehr ist bei diesem Konzept nicht zwingend vorgeschrieben. Die Planung für die Musikschule hat diese allerdings schon vorgesehen und sich damit auf mögliche sich verändernde Anforderungen vorbereitet. Alle Leitungen, die im Neubau verlegt wurden, ermöglichen die spätere Aufschaltung und wurden mit der örtlichen Feuerwehr entsprechend für die Anbindung vorbereitet. Im Eingangsbereich befindet sich ein sogenanntes FIBS (Feuerwehr-Informations- und Bediensystem), in dem die Anzeigegeräte und Laufkarten deponiert sind. Auch dass die eingebaute Brandmelderzentrale „Penta“ über eine eigene Einhausung verfügt, erhöht das Sicherheitslevel. Die Einhausung muss nachweislich 30 Minuten lang einem Feuer standhalten (F30).
Die Musikschule muss in diesem Fall lediglich die blaue Abdeckung der hausinternen Melder gegen die rote Abdeckung der mit der Feuerwehr verbundenen Melder austauschen und die Aufschaltung aktivieren.
Brandmelderzentrale für
mittelgroße Gebäude
Als Herzstück der Brandmeldetechnik wurde hier die „Penta 5445“ installiert. Die Brandmelderzentrale ist besonders für mittelgroße Objekte mit zwei bis vier Loops geeignet. Sie verfügt über zwei starke 12 V-Akkus mit 44 Ah Leistung. Alle „Penta“-Brandmelderzentralen entsprechen der aktuellen Fassung der relevanten Normen der EN54-Reihe, die die Zulassung aller Komponenten im Feuerwehrumfeld beschreibt. Auch eine Zulassung vom VdS liegt für alle Komponenten vor. Für die bestmögliche Sicherheit sorgt auch die „FIVE+“ (Fire Verification)-Technologie von Hertek, die dazu beiträgt, falsche Alarme zu verhindern. Solche Täuschungsalarme stören nicht nur den Betrieb und sorgen für Unruhe, sondern sie verursachen auch erheblichen Aufwand und damit Kosten. Außerdem kann eine Anlage, die (zu) oft fälschlich alarmiert, das Vertrauen in die Sicherheitstechnik schmälern und wird schlimmstenfalls im echten Alarmfall nicht ausreichend ernst genommen.
Die Brandmelderzentrale „Penta“ zeichnet sich durch eine einfache Inbetriebnahme aus. Das System ist individuell kaskadierbar und bietet verschiedene Grundgehäuse sowie optionale Karten und Schnittstellen, beispielsweise für die Anbindung an Feuerwehr oder Gebäudeleittechnik.
Um die Anzahl der Loops und damit den Installationsaufwand überschaubar zu halten, sind möglichst viele Komponenten auf einem Loop wünschenswert. Mit 500 mA Loopstrom bietet „Penta“ die Voraussetzung hierfür.
Für die Anbindung an die Feuerwehrperipherie, wie sie in Lüdenscheid vorgesehen ist, sorgt eine Feuerwehrperipheriekarte. Die Aufschaltung ist dann mit redundanter Ansteuerung und redundanten Anschlüssen besonders sicher. Eine große Anzahl hinterlegter Logikverknüpfungen macht auch komplexe Steuerfunktionen möglich.
Flexible Alarmierungs- und
Meldetechnik
Als Melder wählte Projektleiter Ivica Kegalj die intelligenten Multisensormelder „BIM 523“ aus. Sie kombinieren die optische Raucherkennung mit einer Temperaturmessung. Ein Anstieg der Temperatur zusammen mit einer Rauchentwicklung deutet zuverlässiger auf Feuer hin als es die Messungen einzeln tun. Auch diese Sensorkombination trägt zur Reduzierung von Täuschungsalarmen bei. Im gesamten Gebäude sind über 140 dieser Melder installiert. Sie können auf fünf unterschiedliche Empfindlichkeiten und Betriebsarten eingestellt werden. Die LED-Zustandsanzeige ist rundum gut sichtbar. Die Melder entsprechen den Zulassungsnormen EN54-5 und EN54-7. Damit sind sie für die meisten Ausschreibungen geeignet, so auch für das Projekt der Musikschule Lüdenscheid. Für die Warntöne im Alarmierungsfall sorgen Sockelsirenen, die in die Loops eingebunden sind. Außerdem werden konventionelle Mehrtonsirenen verwendet.
Zusätzlich zu den akustischen Signalen sind an einigen Stellen auch Sockelblitzleuchten verbaut, um auch Menschen mit Beeinträchtigungen im Hörvermögen zu erreichen. Für öffentlich zugängliche Gebäude ist der Einsatz dieser Blitzleuchten vorgeschrieben. Das optische Signal hat eine Reichweite von ca. 8 m.
Service und Systemkompatibilität im Fokus
Projektleiter Kegalj hebt bei Hertek neben der Produktqualität insbesondere die gute Erreichbarkeit des Kundenservice hervor. Ansprechpartner stehen direkt zur Verfügung, sodass Rückfragen zeitnah beantwortet werden können. Benötigte Komponenten werden in der Regel innerhalb von 48 h geliefert – entweder direkt zur Baustelle oder zum Kunden. Durch die vorkonfektionierte Auslieferung lässt sich zudem der Montageaufwand vor Ort reduzieren, während empfindliche Bauteile weniger den Bedingungen auf der Baustelle ausgesetzt sind. Um kurze Lieferzeiten sicherzustellen, hält Hertek nach eigenen Angaben einen hohen Lagerbestand an Standardartikeln vor. Auch Nachrüstungen oder Erweiterungen bestehender Brandmeldesysteme lassen sich durch die Abwärtskompatibilität der Systeme umsetzen. Neue Komponenten können ohne zusätzliche Hardware in bestehende Anlagen integriert werden. Bei einer späteren Modernisierung, beispielsweise auf eine neue Generation von Brandmelderzentralen, können bereits installierte Melder und Geräte weiterhin genutzt werden.
