Neue VdS Richtlinie 6024
Klarheit für den geräteintegrierten BrandschutzOb Digital-Signage-Systeme am Flughafenterminal, Ticketautomaten in U-Bahn-Stationen oder Snackautomaten im Krankenhauskorridor: Elektrische Geräte befinden sich vielfach in sensiblen Gebäudebereichen, für die besonders hohe Brandschutzanforderungen gelten. Jahrelang fehlte eine einheitliche Regelung, wie solche Systeme sicher betrieben werden können. Das Ergebnis: langwierige Genehmigungsprozesse, unterschiedliche Vorgaben je nach Bundesland und Behörde sowie ein großer Abstimmungsaufwand. Mit der VdS 6024 als Richtlinie ändert sich das.
Aus dem ursprünglichen Merkblatt soll laut Projektplan in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine offizielle VdS Richtlinie werden. Die finale Fassung befindet sich derzeit in den letzten Abstimmungs- und bald Veröffentlichungsprozessen. Damit gibt es erstmals einen einheitlichen Rahmen für die Brandschutzanforderungen elektrischer Geräte in sensiblen Gebäudebereichen wie Flucht- und Rettungswege meist kritischer Infrastrukturen. Brandschutzplaner erhalten dann mit der VdS Richtlinie eine einheitliche Beurteilungsgrundlage. Ausschreibungen können gezielter formuliert und Angebote fachgerecht geprüft werden. Oberste Baubehörden können ihre Baufreigabe an die Einhaltung der Anforderungen der Richtlinie knüpfen.
Meilenstein für
Digitalisierungsprojekte
Für alle Beteiligten im Planungs- und Installationsprozess bedeutet das: erhöhte Transparenz, weniger Grauzone, mehr Sicherheit. Die VdS 6024 soll Klarheit schaffen und damit den Weg für mehr Digitalisierung im Gebäude öffnen. Zusätzlich können Betreiber aufgrund des nachgewiesenen Brandschutzes von verbesserten Versicherungskonditionen profitieren, wie zahlreiche Beispiele aus der Praxis bereits bestätigen. „Die Richtlinie ist ein wichtiger Meilenstein, um Digitalisierungsprojekte in sensibler Infrastruktur schneller und kostengünstiger zu realisieren. Zusätzlich dient der geräteintegrierte Brandschutz als vermarktbarer Mehrwert für Hersteller von elektrischen Geräten“, sagt Markus Fiebig, Vertriebsleiter Löschprodukte und Produktverantwortlicher „AMFE“ & „E-Bulb“ bei der JOB Group.
Brandbekämpfung direkt am
Entstehungsort
Der Grundgedanke hinter der Richtlinie: Wer den Brand direkt dort bekämpft, wo er entsteht, schützt nicht nur das Gerät selbst, sondern das gesamte Gebäude, die darin befindlichen Personen und den laufenden Betrieb. Technisch umgesetzt wird das unter anderem durch „E-Bulbs“ der JOB Group, auch bekannt als der kleinste Feuerlöscher der Welt. Die Ampullen befinden sich direkt im Gerät, in der Medientechnik oder Snackautomat. Bei einer definierten Temperatur
aktiviert die Ampulle, setzt das ungiftige Löschmittel frei und unterbricht gleichzeitig die Stromzufuhr. Das
Resultat: Der Brand wird frühzeitig
bereits im Entstehungsstadium
gestoppt, bevor er sich ausdehnen und womöglich auf andere Bereiche im
Gebäude übergreifen kann.
Die kommende VdS Richtlinie 6024 markiert einen wichtigen Schritt, um Digitalisierung und Brandschutz miteinander in Einklang zu bringen. Viele namhafte Hersteller haben ihre Technik nach der VdS 6024 ausgelegt und bieten den Betreibern mittlerweile ein großes Angebot an brandschutzgesicherter Technik. „Das JOB Design-in Team unterstützt Hersteller bei der Integration der Brandschutzlösungen in ihre elektrischen Geräte mit Beratung und Wirksamkeitsnachweisen wie Brandversuchen und Löschdemonstrationen. Dabei arbeiten wir eng mit dem VdS und den Materialprüfanstalten zusammen, um Zertifizierungsprozesse zu beschleunigen“, sagt Markus Fiebig weiter.
