Brandgeschützte Elektroinstallation

Gerätedosen und Komponenten mit Brandschutz-Zertifizierung

Der Brandschutz stellt für Elektroinstallationen ein brisantes Thema dar, denn etwa ein Drittel der Gebäudebrände geht von elektrischen Geräten und Anlagen aus. Deshalb müssen durch Defekte oder Überhitzung resultierende Brandgefahren minimiert werden und sicherheitskritische Bauten, Räumlichkeiten und Fluchtwege den zugewiesenen Gebäude- und Feuerwiderstandsklassen
gemäß brandgeschützt sein. Das Beispiel des Schalksmühler Unternehmens Kaiser zeigt, mit
welchen Komponenten die normgerechte Elektroinstallation gelingen kann.

Brandgeschützte Bauteile dürfen prinzipiell keine Öffnungen aufweisen, durch die ein Übergreifen von Feuer und Rauch möglich wäre. Deshalb ist bei der Installation darauf zu achten, dass der Brandschutz der Bauteile erhalten bleibt und Wand oder Decke ihre Schutzfunktion über die ihrer Feuer-
widerstandsklasse entsprechende Zeit gewährleisten.

 

Verordnungen und Gebäudeklassen

In Deutschland ist das Baurecht Ländersache. Daher fallen die Vorgaben für den baulichen Brandschutz
in den Landesbauordnungen (LBO) unterschiedlich aus. Zur Vereinheitlichung erstellen die für das Bauwesen zuständigen Länderministerien in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe entsprechende Musterbauordnungen (MBO). In den Bauordnungen wird abhängig von der Gebäudestellung, Gebäudehöhe sowie der Größe und Anzahl der Nutzungseinheiten zwischen fünf Gebäudeklassen differenziert. Von Klasse 1 bis 5 steigen die Brandschutzauflagen an Bauteile im Innen- und Außenbereich. Während bspw. freistehende Eigenheime bis 7 m Höhe nur geringe Anforderungen erfüllen müssen, sind für über 13 m hohe Häuser mit vielen Wohneinheiten nicht nur ein zweiter baulicher Fluchtweg, sondern in Feuerwiderstandsklasse F90 errichtete Wände und Decken obligatorisch. In Sonderbauten kann z. B. gemäß Hochhausrichtlinie sogar die Feuerwiderstandklasse 180 verlangt werden.

 

Feuerwiderstands- und

Baustoffklassen

Die Feuerwiderstandsklassen kennzeichnen die Zeitdauer, während der nach DIN 4102-2 bei Brandbelastung die Temperatur des brandgeschützten Bauteils auf der feuerabgewandten
Seite im Mittel um höchstens 140 K ansteigt. Als Bauteile gelten unter anderem Stützen, Träger, tragende und nichttragende Außen- und Innenwände, Decken, Dächer, Verglasungselemente und Türen. Zur Klassifizierung der Bauteile werden nach DIN 4102-2 oder DIN EN 1363-1 normierte Feuer-
widerstandsprüfungen durchgeführt, um zu ermitteln, wie lange der Prüfling seine Tragfähigkeit (R) sowie die Schutzeigenschaften des Raumabschlusses (E) und der Wärmedämmung (I) bewahrt.

Die Baustoffe für Wände und Decken werden in der DIN 4102 nach ihrem Brandverhalten in nicht brennbare und brennbare Baustoffe unterteilt. Zur Baustoffklasse A gehören nicht brennbare Baustoffe ohne und mit organischen Bestandteilen (A1 bzw. A2). Die brennbaren Baustoffe der Klasse B umfassen schwer, normal und leicht entflammbare Materialien der Gruppen B1, B2 und B3. Tragende und aussteifende Konstruktionen von feuerbeständigen Bauteilen, die eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten gewährleisten müssen, sollten gemäß MBO überwiegend aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Bei raumabschließenden Bauteilen ist außerdem eine durchgängige, aus nicht brennbaren Materialien gebildete Schicht einzuziehen.

 

Brandgeschützte

Elektroinstallation

Für die Elektroinstallation in Brandschutzwänden und -decken braucht es spezielle Installationskomponenten, da diese Bauteile prinzipiell keine Öffnungen enthalten dürfen. Um dennoch Taster, Steckdosen, Leuchten und andere elektrische und elektronische Geräte integrieren zu können, müssen die Installationen mit einem Feuerwiderstand von mindestens 30 bis 90 Minuten (z. B. F30 – F90 / EI30 – EI90) ausgeführt werden. Damit die Installationskomponenten im Brandfall keine gesundheitsgefährdenden Gase freisetzen, müssen sie aus halogenfreien Materialien gefertigt sein. Bei Hohlwanddosen und -gehäusen ist die Glühdrahtfestigkeit gemäß
VDE 0471 / EN 60695-2-10 nachzuweisen. Die Glühdrahtprüfung erfolgt bei 850 °C, um sicherzustellen, dass die Komponenten selbstverlöschend sind und im Fall einer fehlerhaften Elek-
troinstallation keinen Brand auslösen. Unabhängig davon sind die einschlägigen Brandschutzmaßnahmen der Wandkonstruktion einzuhalten.

 

Geprüfte Brandschutzlösungen

Professionelle Elektroinstallationskomponenten hat bspw. der Schalksmühler Anbieter Kaiser im Portfolio. Seit Einführung der ersten Brandschutzdose für Brandschutzwände im Jahr 2006 wurde das Anwendungsspektrum fortlaufend erweitert. Der Spezialist verfügt heute über ein umfassendes Produktsortiment zertifizierter Brandschutzdosen, Schottsysteme und weiterer Lösungen für die sichere Elektroinstallation im Land- und Schiffbau. Die Prüfung und europaweite ETA-Zertifizierung wurden vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) vorgenommen. Zum Portfolio zählen brandgeschützte Gerätedosen für Massivholz- und Trockenbauwände, für die Unterputz-Montage im Mauerwerk, für Brandschutzwände bis EI 120 in Massivholzwänden sowie Deckendosen und Schutzgehäuse für Leuchten und Lautsprecher. Mit den Hohlwanddosen „HWD B15“ bietet der Hersteller DNV-zertifizierte Lösungen in Schutzklasse B15 zum brandgeschützten Einbau in Schiffs- und Kabinenwänden. Neben den halogenfreien Brandschutzprodukten sind bei Kaiser sämtliche Gerätedosen und Kästen für die Hohlwandmontage sowie viele
Zubehörteile als halogenfreie Artikel erhältlich.

 

„Active-Fire-Stop“-Technologie

Die Brandschutzkomponenten von Kaiser verfügen über die sogenannte „Active-Fire-Stop“-Technologie („AFS“) aus. Bei Brandlast aus gleich welcher Richtung aktiviert sich ein in die Dosen, Gehäuse und Schotts integrierter Dämmschichtbildner und dichtet die Installationsöffnung durch Aufschäumen selbsttätig ab. Die Feuer-
widerstandsklassen von Wand oder Decke bleiben intakt. Ein Flammendurchschlag sowie die Weiterleitung von Rauch und hohen Temperaturen in den geschützten Bereich wird wirksam verhindert. Auch bei gegenüberliegendem Einbau ohne Umkofferung sorgt die „AFS“-Technik für den ungeminderten Brandschutz der Bauteile. Da die Kaiser-Brandschutzsysteme die Feuerwiderstandsklasse trotz eingebetteter Elektroinstallation erhalten, kann das Elektrohandwerk geprüften und zertifizierten Brandschutz aus einer Hand anbieten. Die Brandschutzprodukte lassen sich einfach, sicher und sauber mit Standardwerkzeugen und wenig Arbeitsaufwand installieren. Durch die integrierte Brandschutzfunktion erübrigen sich eigenhändig ausgeführte Umkofferungen, Spachtelarbeiten mit Brandschutzmörtel oder ein Ausstopfen der Einbauöffnung mit Mineralwolle.

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