Erhalt statt Ersatz:
1,2 Mio. Euro Einsparung durch modernen Brandschutznachweis
Berufsschule Lauingen
Bildquelle: Landratsamt Dillingen a. d. Donau
Im Rahmen der Stuttgarter Brandschutztage 2026 wurden Vertreter des Landratsamts Dillingen auf die Möglichkeiten leistungsorientierter Brandschutzverfahren aufmerksam. Die vorgestellten ingenieurtechnischen Ansätze zur Bewertung bestehender Tragkonstruktionen im Brandfall zeigten das Potenzial moderner Nachweismethoden insbesondere für die Sanierung von Bestandsgebäuden.
Vor dem Hintergrund geplanter Sanierungsmaßnahmen an mehreren öffentlichen Gebäuden suchten der Fachbereichsleiter Herr Elbert und der Architekt Herr Nautscher frühzeitig den fachlichen Austausch mit der Sinfiro GmbH & Co. KG Brandschutzingenieure aus Balingen. Gemeinsam wurde geprüft, wie sich für den Gebäudebestand sichere und wirtschaftliche Lösungen entwickeln lassen.
Im Mittelpunkt stand das mehrgeschossige Schulgebäude der Berufsschule Lauingen mit Bauteilen aus den 1960er- und 1980er-Jahren. Im Zuge der Sanierungsplanung zeigte sich, dass die bestehenden Geschossdecken nach den Tabellenwerten aktueller Normen nicht eindeutig der geforderten Feuerwiderstandsklasse zugeordnet werden konnten. Insbesondere die vorhandene Betondeckung reichte für einen tabellarischen Nachweis nicht aus. Nach konventioneller Bewertung wären daher umfangreiche Ertüchtigungsmaßnahmen erforderlich gewesen.
Geschossdecke
Bildquelle: Sinfiro GmbH & Co. KG
Zur realitätsnahen Bewertung der Stahlbetonrippendecken wurde ein ingenieurtechnischer Nachweis geführt. Mithilfe einer thermischen Analyse wurde der Temperaturverlauf im Brandfall berechnet und darauf aufbauend der Feuerwiderstand gemäß Eurocode ermittelt.
Berechneter Temperaturverlauf im Bauteilquerschnitt unter Normbrandbeanspruchung
Bildquelle: Sinfiro GmbH & Co. KG
Das Ergebnis verdeutlicht die Leistungsfähigkeit ingenieurtechnischer Nachweisverfahren: Es konnte nachgewiesen werden, dass die bestehenden Decken die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen. Die zunächst erwarteten, kostenintensiven Ertüchtigungsmaßnahmen konnten dadurch entfallen.
Das Projekt zeigt exemplarisch den Mehrwert einer fachlich fundierten und lösungsorientierten Herangehensweise bei der Sanierung von Bestandsgebäuden. Durch die Offenheit des Landratsamts Dillingen gegenüber innovativen Nachweisverfahren und die gemeinsame Entwicklung einer leistungsorientierten Brandschutzlösung wurden die Schutzziele vollständig erfüllt, die weitere Nutzung des Schulgebäudes gesichert und erhebliche wirtschaftliche Vorteile erzielt.
Durch die ingenieurtechnische Untersuchung konnten Sanierungskosten von rund 1,2 Millionen Euro eingespart werden. Das Projekt belegt damit nicht nur die technische Leistungsfähigkeit moderner Brandschutzingenieurmethoden, sondern auch deren wirtschaftlichen Nutzen.
Mit Blick auf die Zukunft gewinnen leistungsorientierte Nachweisverfahren weiter an Bedeutung. Sie ermöglichen den Erhalt bestehender Bausubstanz, vermeiden unnötige Eingriffe in funktionstüchtige Bauteile und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung. Gleichzeitig lassen sich hohe Sicherheitsanforderungen wirtschaftlich erfüllen.
Gerade Kommunen profitieren von diesem Ansatz: Bei begrenzten Haushaltsmitteln und hohem Sanierungsbedarf können Investitionen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich erforderlich sind, während bestehende Gebäude langfristig erhalten und zukunftsfähig weiterentwickelt werden.
Das Beispiel der Berufsschule Lauingen zeigt eindrucksvoll, dass moderne Brandschutzingenieurmethoden Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Gebäudebestand erfolgreich miteinander verbinden. Ihre Anwendung sollte bei Sanierungsvorhaben öffentlicher und privater Bestandsgebäude künftig verstärkt berücksichtigt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.sinfiro.de/brandschutz-im-Bestand und www.sinfiro.de
